Politik

Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange begonnen [2:03]

Montag, 24. Februar 2020 | 16:42 Uhr

In London haben die Anhörungen im Verfahren um eine Auslieferung von WikiLeaks-Gründer Julian Assange an die USA begonnen. Protestierende äußerten vor dem Auftakt des Verfahrens ihren Unmut über die Vorwürfe gegen den Australier. Für sie ist er ein Held.

Assanges Vater John Shipton fasste am Montag zusammen, worunter sein Sohn die vergangenen zehn Jahre zu leiden hatte:

“Die Unterdrückung des Journalismus, die unablässige Bosheit der Behörden gegen Julian Assange, die zehnjährige willkürliche Inhaftierung von Julian, die von der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen bezeugt wird, die Folter an Julian, die von Nils Melzer, dem Berichterstatter über Folter der Vereinten Nationen bezeugt wird. All diese Berichte liegen vor. Das alles wird in Zukunft Journalisten, Verlegern und Publikationen passieren, wenn diese Auslieferung, diese politische Auslieferung von Julian Assange, erfolgreich sein sollte.”

Assange hatte über seine Enthüllungsplattform WikiLeaks Hunderttausende geheime US-Berichte und Diplomatendepeschen veröffentlicht, die er von sogenannten Whistleblowern bekam. Die USA werfen ihm in 18 Anklagepunkten unter anderem Verstoß gegen ein Spionagegesetz vor.

Der 48-Jährige habe das Leben von Menschen in Gefahr gebracht, sagte Anwalt James Lewis, der die USA vertritt, am Montag in dem Londoner Gerichtssaal. Die Behauptung der Verteidigung, Assange könne in den USA zu 170 Jahren Gefängnis verurteilt werden, wies Lewis als Übertreibung zurück.

Um einer Auslieferung zu entgehen, hatte sich Assange in die Botschaft Ecuadors geflüchtet und dort sieben Jahre gelebt, bevor ihm 2019 das Asyl entzogen wurde. Anschließend wurde er festgenommen und in ein Londoner Hochsicherheitsgefängnis gebracht, in dem er bis heute inhaftiert ist.

Von: reuters

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