Politik

CDU-Kandidat will frischen Wind in die Bremen-Wahl bringen [2:31]

Donnerstag, 16. Mai 2019 | 12:55 Uhr

Der Endspurt in Bremen läuft. In der Hansestadt steht die Wahl einer neuen Bürgerschaft an – und dabei geht auch ein Quereinsteiger ins Rennen, der mit einer alten Tradition an der Weser brechen will.

“Ja, Moin, ich bin Carsten Meyer-Heder, ich bin Spitzenkandidat der CDU hier in Bremen, Wahlkampf, 26. Mai ist es soweit und wir möchten unbedingt, weil nach 73 Jahren SPD möchten wir einmal hier den Regierungswechsel herbeiführen und dafür stehe ich hier und verteile Birnen.”

Sogar an seinen Konkurrenten, SPD-Bürgermeister Carsten Sieling. Im Gegensatz zum Amtsinhaber muss sich Meyer-Heder an den Straßenwahlkampf noch etwas gewöhnen. Dass er kein alter Hase in der Politik ist, sieht der CDU-Kandidat aber eher als Vorteil.

“Ich glaube, ich komme mit einem frischen Wind, ich komme mit einer anderen Haltung, ich habe nicht 34 Jahre Politik gemacht, was per se glaube ich auch noch kein Qualitätsmerkmal ist. Wie soll ich das sagen, ich mein’s ehrlich. Es geht hier um Bremen. Ich brauche nicht diesen Job oder so, sondern ich möchte Bremen voranbringen und ich glaube mit Teamwork und das kann ich. Ich kann Leute zusammen bringen, ich kann Menschen mit auf den Weg mitnehmen, ich kann Teams organisieren. Das habe ich seit 25 Jahren im Unternehmen gemacht. Ich glaube, das braucht es auch in der Politik, damit wir hier mit einer anderen Stimmung, mit mehr Dynamik, mit mehr Kreativität vielleicht auch hier Probleme lösen.”

Ein besonders drängendes Problem ist die Arbeitslosigkeit. Bei diesem Thema schneidet das kleinste deutsche Bundesland konstant am schlechtesten ab. Christian Poppe, Abteilungsleiter des Vereins Jus, Jugendhilfe und Soziale Arbeit sieht einen Grund dafür in der Geschichte Bremens.

“Es ist halt eine Hafenstadt, seit halt die Werften Pleite gegangen sind hat Bremen sich nie wirklich erholt und es nicht geschafft, eine neue Infrastruktur aufzubauen. Dadurch haben wir halt viele Langzeitarbeitslose hier und für die ist es halt wichtig, dass sie halt an der Gesellschaft teilhaben können, dass sie auch Arbeit kriegen.”

Soziale Themen bewegen auch diese Bremer Bürger.

“Da müssen wir wirklich schauen, dass die Menschen nicht einfach nach unten durchgereicht werden, nur weil sie den Strich, der von der Gesellschaft gezogen wird, einfach nicht mehr überspringen können.”

“Es sollte mehr politischen Streit geben und es sollte im Streit vor allem ums Wesentliche gehen. Das ist für mich bezahlbarer Wohnraum. Die Immobilienpreise steigen, die Mieten steigen und, ja, ein Großteil der Bremerinnen und Bremer kann das nicht bezahlen.”

In der Frage, welche Partei sich diesen Problemen am besten stellen könnte, sind die Wählerinnen und Wähler offenbar gespalten. Laut einer Umfrage von Infratest Dimap liegt die SPD derzeit bei 25 Prozent, die CDU bei 26. Damit könnte Carsten Meyer-Heders Ziel sich möglicherweise erfüllen und SPD nach über 70 Jahren die Macht an der Weser verlieren.

Von: reuters

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