Politik

Ein T-Shirt im Blickpunkt [1:38]

Dienstag, 30. Juni 2020 | 17:50 Uhr

Antisemitismus in Deutschland: An einem einfachen T-Shirt verdeutlichte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am Dienstag die niedrige Schwelle, die für antisemitische Übergriffe in Deutschland mittlerweile anscheinend gilt. Das Hemd trägt den Schriftzug der Hebräischen Universität in Jerusalem.

O-TON BUNDESFAMILIENMINISTERIN FRANZISKA GIFFEY (SPD) (“Ich habe Ihnen mitgebracht ein T-Shirt. Dieses T-Shirt ist von der Hebräischen Universität in Jerusalem. Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich, woher ich das habe. Eine unserer Mitarbeiterinnen im Ministerium hat einen Ehemann, der dort studiert hat. Und er trägt dieses T-Shirt sehr gerne, weil es ihn an seine Studienzeit erinnert, an die Zeit in Jerusalem. Und trotzdem hat er auch erzählt, dass er sich genau überlegt, wann er dieses T-Shirt trägt. Und er weiß um dessen Wirkung. Er weiß, dass er, wenn er unterwegs ist, auf der Straße, und dieses T-Shirt trägt in der Stadt, dann kann es zu Konflikten kommen. Wenn er das vermeiden möchte, auf der Straße, in einem Restaurant, dann zieht er dieses T-Shirt lieber nicht an.”)

Auch deshalb stellte Giffey nun das “Kompetenznetzwerk Antisemitismus” offiziell vor. Es soll Personen unterstützen, die von Antisemitismus betroffen sind, sowie diejenigen, die sich gegen Antisemitismus engagieren wollen. Es bietet laut Giffey Angebote in den Bereichen Analyse, Bildung und Beratung. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von fünf Einrichtungen, die über langjährige Erfahrungen im Einsatz gegen Antisemitismus verfügen.

Von: reuters

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