Vermischtes

Ende des Ramadan: zum Freitagsgebet in die evangelische Kirche [2:49]

Freitag, 22. Mai 2020 | 18:34 Uhr

Die Kirche der Evangelischen Martha-Gemeinde in Berlin Kreuzberg.

Ungewöhnliche Klänge erfüllten das Gebäude am Freitag.

In Coronazeiten und speziell im Fastenmonat Ramadan ist Gebetsraum knapp. Die Kirchengemeinde hat sich deshalb bereiterklärt, das Gotteshaus für das muslimische Freitagsgebet zu öffnen.

Pfarrerin Monika Matthias freut sich über die Begegnung zwischen den Religionen.

“Wir sind als Gemeinde wild entschlossen, aus der Coronazeit das Allerallerallerbeste zu machen. Es ist sicherlich etwas, das jetzt neu auf den Weg gebracht wird. Ob es weitergeht in dieser Partnerschaft, wenn ja, wie es weitergeht, das ist noch ganz offen. Aber ich denke, das Wissen umeinander und das gemeinsame Erlebthaben dieser Zeit ist auf jeden Fall etwas sehr Stärkendes, was weiterwirken wird.”

Shadi Mousa ist stellvertretender Vorsitzender der Neuköllner Begegnungsstätte e.V. – und sieht das ganz ähnlich.

“Die Kirche hat gesehen, dass die Muslime leiden unter, sag ich mal, Mangel an Platz für gemeinsames Gebet. Dann haben sie das angeboten, dass wir ihre Räumlichkeiten Nutzen für unsere Freitagsgebete. Und das ist ein, ein wunderbares Zeichen der Solidarität in dieser Zeit.”

Doch er kennt auch die anderen, kritischen Stimmen.

“Natürlich gibt es immer Extremisten von beiden Seiten, sage ich mal, die das ablehnen, in die Kirche zu gehen oder die auch nicht akzeptieren, dass die Muslime in der Kirche beten. Es gibt solche Leute, aber die werden immer weniger und sie sind nur eine kleine Minderheit. Es zeigt diese Praxis, die Breite ist für den Zusammenhalt.”

Und wie war er für die Gläubigen, in einer Kirche zu beten?

“Als wir reinkamen war es seltsam wegen der Musikinstrumente und der Fotos. Es war anders als in einer Moschee. Wenn man aber über diese Details hinwegsieht, weiß man, dass es auch ein Gotteshaus ist. Und die sind alle gleich.”

Das Freitagsgebet in dieser Woche stand am Ende des Ramadan. Der hatte bereits am 24. April begonnen.

Von: reuters

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