Vermischtes

Fremdenfeindlichkeit: Schüsse auf Eritreer [2:01]

Dienstag, 23. Juli 2019 | 15:59 Uhr

Es passierte am Montagmittag kurz nach 13 Uhr an der Industriestraße im südhessischen Wächtersbach. Dort schoss ein 55-jähriger Deutscher aus einem Auto heraus mehrfach auf einen 26-jährigen Mann aus Eritrea. Der Eritreer überlebte den Angriff schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde später tot in seinem Auto gefunden. Den Ermittlungen zufolge hatte er sich in den Kopf geschossen und war kurz darauf gestorben. Der 55-jährige Deutsche und der Eritreer hätten sich nicht gekannt, sagte Alexander Badle, Oberstaatsanwalt in Frankfurt. Das Opfer sei zufällig am Tatort gewesen. Die Ermittler gingen davon aus, dass es nur aufgrund seiner Hautfarbe ausgesucht worden sei.

“Wir gehen momentan von einem, ganz klar, von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Dafür spricht zum einen die Auswahl, wie diese Person zwar auf der einen Seite zufällig, aber dann doch ganz gezielt aufgrund seiner Hautfarbe als Opfer ausgesucht worden ist. Und dann aber auch im weiteren Zuge der Ermittlungen haben sich ganz konkrete Anhaltspunkte dafür ergeben, dass wir zumindest von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehen müssen. Darüber hinaus möchte ich aber Spekulationen, die jetzt auch teilweise in den Medien schon kursieren, Vorschub leisten, dass also hier eine rechtsextreme oder rechtsfeindliche, rechtsextreme oder rechts-nationalistische Gesinnung im Raum steht. Wir haben nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen keine belastbaren, validen Erkenntnisse dafür, dass Kontakte in die rechtsnationale oder rechtsextreme Szene bestanden haben.”

Der mutmaßliche Täter sei bei der Polizei bisher nicht auffällig gewesen. Bei der Hausdurchsuchung hätte es zudem keine Hinweise auf rechtsextremes Gedankengut gegeben. Allerdings seien mehrere Waffen gefunden worden.

“Es sind also insgesamt sechs Schusswaffen gewesen, vier halbautomatische Pistolen und zwei Langwaffen, die der mutmaßliche Schütze allesamt legal im Besitz hatte.”

Es wurde auch ein Abschiedsbrief des mutmaßlichen Täters gefunden. Zu dessen Inhalt wollte sich Badle nicht äußern.

Von: reuters

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