Politik

Hongkongs Polizei kesselt Demonstranten in Universität ein [2:54]

Montag, 18. November 2019 | 16:50 Uhr

In Hongkong eskaliert die Gewalt zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern zunehmend. Am Montag kesselte die Polizei Demonstranten in einer Universität ein. Sie errichtete Absperrungen um den Komplex und schlug mehrere Ausbruchsversuche mit Gummigeschossen und Tränengas zurück. Einige Demonstranten wurden von Beamten zu Boden gerissen und mit vorgehaltener Waffe festgenommen. Auf dem Campus der Polytechnischen Universität verschanzten sich Hunderte Menschen mit Brandsätzen und selbst gebauten Waffen. Die Polizei erklärte, man habe die Anführer eine Woche lang aufgefordert, den Komplex zu verlassen. Alle Warnungen seien ignoriert worden. Aus der Universität seien gefährliche Chemikalien gestohlen worden. Inzwischen sei der Campus “ein Pulverfass”, von dem eine nicht mehr zu überblickende Gefahr ausgehe.

China Großbritannien-Botschafter Liu Xiaoming sprach in London von illegalen Aktivitäten, die nichts mit Demokratie oder Freiheit zu tun hätten. Hongkong sei in eine extrem gefährliche Lage gebracht worden.

O-Ton: “Einige westliche Länder haben öffentlich extrem gewalttätige Angreifer unterstützt. Das US-Repräsentantenhaus hat den sogenannten “Hong Kong Human Rights and Democracy Act” angenommen, um sich damit unverhohlen in Angelegenheiten Hongkongs einzumischen, die Chinas innere Angelegenheiten sind. Die britische Regierung und das Parlaments-Kommittee für ausländische Angelegenheiten haben auf China bezogene Berichte veröffentlicht, die unverantwortliche Bemerkungen zu Hongkong enthalten. Und noch schlimmer – einige britische Politiker

haben sogar geplant, einen Preis zu verleihen an einen Chef-Propagandisten der Unabhängigkeit Hongkongs, der extreme Gewalt anzettelt.”

In Hongkong blieb die Lage angespannt: Regierungskritische Beobachter sagten, offenbar wolle die Polizei das Universitäts-Gelände nicht stürmen. Vielmehr sollten die Demonstranten wohl im Zuge einer Flucht gefasst werden. Vermittlungsversuche der Universitätsverwaltung und von Abgeordneten seien fehlgeschlagen. Auch aus anderen Teilen der ehemaligen britischen Kolonie Hongkong wurde neue Gewalt gemeldet.

Viele Demonstranten trugen Gasmasken oder Tücher über Mund und Nase, um sich vor Tränengaswolken zu schützen. Zwar hatte die Regierung im Oktober ein Vermummungsverbot erlassen und damit eine Vorschrift aus der Kolonialzeit wiederbelebt. Das wurde jedoch am Montag vom Obersten Gericht der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong als verfassungswidrig kassiert. Die Polizei kündigte an, entsprechende Anklagen nicht weiter zu verfolgen.

Seit Juni demonstrieren immer wieder Zehntausende Menschen gegen die Regierung Hongkongs, der sie zu große Nähe zur Führung in Peking vorwerfen. Die zunächst überwiegend friedlichen Proteste schlagen immer mehr in Gewalt um.

Von: reuters

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