Politik

Kalbitz: AfD will in Brandenburg stärkste Kraft werden [3:23]

Dienstag, 20. August 2019 | 11:47 Uhr

Er könnte nach der anstehenden Landtagswahl in Brandenburg Chef der stärksten Fraktion werden – Andreas Kalbitz, AfD-Vorsitzender in Brandenburg, weiß, dass aktuelle Umfragen seine Partei in diesem Bundesland mit gut 20 Prozent auf Platz 1 sehen.

Auch jüngst im Wahlkampf in Cottbus sagte der gebürtige Münchener, man wolle “die Wende vollenden” und sich “unser Land zurückholen”.

O-Ton: “Unser Ziel ist ganz klar 20 plus X. Wir haben eine reelle Chance, stärkste Kraft zu werden in Brandenburg. Den Anspruch haben wir auch.”

Kalbitz wird von Anhängern zwar als “künftiger Ministerpräsident” zum Foto gebeten, hat aber vermutlich keine reale Machtoption, da auch die CDU im Land Brandenburg eine Koalition mit der AfD zumindest derzeit ausschließt:

O-Ton: “Ich denke, der Ton der Union wird sich ändern. Wir sehen das jetzt schon auf Bundesebene, wie panisch die Union versucht, Annäherung zur AfD zu verhindern von der Bundesspitze aus. Das wird in der Nach-Merkel-Ära der Fall sein. Da bin ich ganz sicher, es wird das erste Bundesland geben, wo die AfD mit in die Verantwortung kommt. Ob das Brandenburg ist, wird man sehen. Das könnte Sachsen sein vielleicht auch Sachsen-Anhalt. Aber ich bin zuversichtlich, der Ton wird sich ändern. Natürlich wollen wir in die Verantwortung.”

Anhänger der AfD sagen während des Wahlkampfes hier in Cottbus:

O-TON RENATE SCHNEIDER, AFD-ANHÄNGERIN (“Was heißt Rechtsstaat? Wir sind hilflos und machtlos den Invasoren ausgeliefert, die hier ins Land strömen und uns überfallen. Und ich hoffe, das kann ja so nicht weitergehen.”)

O-TON AFD-ANHÄNGER, NAME UNBEKANNT (“Wenn die CDU wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren würde, dann wäre es sowieso die Partei, die da die dazu geeignet wäre, aber die ist ja jetzt so Merkel-versaut. Ich weiß nicht, ob die das will oder kann.”)

Kritiker werfen Andreas Kalbitz vor, als Exponent des sogenannten AfD-Flügels insbesondere für Rechtsextremismus zu stehen. Der versucht, das auf seine Art zurückzuweisen:

O-Ton:(“Wenn Rechtsruck bedeutet, dass wir wieder sicher, dass meine 17-jährige Tochter sicher Bahn, U-Bahn und Bus fahren kann, und auch nicht im Regen vor dem Bahnhof steht, weil drinnen die ganzen jungen syrischen und afghanischen Deserteure rumhängen mit Handy-Modellen, die ich nicht kenne, wenn all das Rechtsruck bedeutet, dann hat dieses Land einen Rechtsruck dringend nötig. Und dafür steht die AfD.”)

In Potsdam wiederum zeigen sich Besucher eines Sommerfestes der SPD mit Blick auf die AfD skeptisch:

O-Ton THOMAS WARDIN, BESUCHER EINES SOMMERFESTES DES BRANDENBURGISCHEN SPD (“Was die AfD hier so betreibt, die Spitzenpolitiker kommen aus dem Westen und werben damit, dass jetzt so wie früher zur Wende, die Leute wieder auf die Straße gehen müssen. Die waren gar nicht hier. Das ist alles Demagogie und das sollte man mit Argumenten versuchen auch zu entkräften.”)

O-Ton: MANDY ARNOLD, BESUCHER EINES SOMMERFESTES DES BRANDENBURGISCHEN SPD (“Die sind ja eigentlich gegen alles. Die wollen ja auch gar nichts machen. Und wenn irgendeiner mal drüber nachdenkt, was sie in ihrem Wahlprogramm haben oder nicht haben, dann würde man vielleicht auch mal nachdenken darüber, was man da überhaupt irgendjemandem oder dem Land Brandenburg allgemein auch antut. Ich finde es wirklich sehr, sehr schlimm.”)

Seit knapp 30 Jahren regiert die SPD in Brandenburg als stärkste Partei. Jetzt aber scheint es, als werde am 1. September die AfD in diesem Bundesland die relativ meisten Stimmen holen.

Von: reuters

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