Vermischtes

Knast-Bienen sollen Schule machen [1:56]

Mittwoch, 15. Mai 2019 | 17:55 Uhr

Diese Bienen wohnen in Remscheid. Genauer gesagt in der dortigen Justizvollzugsanstalt (JVA). Derzeit leben insgesamt 68 Bienenvölker auf dem Gelände der Einrichtung

und in der Nähe. Die Knast-Bienen sind Teil eines Bienen-Projektes. Damit will die JVA nicht nur ihren Beitrag zum Artenschutz leisten, auch die Häftlinge können mit den Bienen viele neue Dinge lernen. Die Häftlinge im offenen Vollzug dürfen in Obstbaum-Beständen arbeiten und sich um die Bienen kümmern. Aktuell sind zwei JVA-Insassen in der “Imker-Ausbildung”. Dabei lernen die Männer, wie man Bienenhäuser baut, Wachsplatten fertigt, den Honig schleudert und natürlich am Ende alles wieder saubermacht.

Sebastian Laubach ist der Leiter des Bienenprojekts in Remscheid:

“Man merkt einfach, dass respektvoller Umgang einfach mit der Materie der Bienen da ist. Die beiden bei mir in der Imkerei konnten sich das nicht wirklich vorstellen. Was ist das? Was passiert, wenn ich so einen Bienenstock aufmache? Und mittlerweile ist das wirklich so, dass zum einen Vorurteile verschwunden sind, man geht angstfreier mit dem Thema Insekten um, und man hat natürlich auch Respekt vor der Umwelt, vor dem Bienenvolk und vor der Leistung, die die Honigbiene hier erbringt.”

Rund ein Dutzend Gefängnis-Insassen hatten bislang engeren Kontakt zu den emsigen Insekten. Sie tragen nun dazu bei, dass in der JVA Remscheid jährlich rund eine Tonne Honig produziert und abgefüllt wird. Es gibt bereits Kooperationen mit Hofläden und Bauern.

Die Zahl der Bienen wird in Remscheid auf drei bis vier Millionen geschätzt. Landesjustizminister Peter Biesenbach hofft darauf, dass die Knast-Bienen Schule machen und bald in vielen JVAs in Deutschland der Honig den Insassen das Leben versüßt.

Von: reuters

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