Politik

Köln bekräftigt: Haben rund 1.500 freie Plätze [2:23]

Mittwoch, 16. September 2020 | 19:22 Uhr

“Wir wollen ein freies Leben. Wir sind Menschen und keine Tiere. Sie bringen uns hierher, wo es kein Leben gibt, es ist wie in einem Jungle. Ein menschliches Wesen kann nicht in solchen Zelten leben. Und wenn man das tut, hat man nach drei Tagen die Schnauze voll und will da raus”,

sagt der 23-jährige Aman Ullah aus Kabul. In dem abgebrannten Camp Moria leben immer noch Menschen. Nur rund 1.200 Personen sind in ein neues Camp auf Lesbos gegangen. Die anderen verweilen hier oder auf den Straßen, oder sind auf andere Inseln oder das Festland Griechenlands gebracht worden.

Die Menschen in Moria klagen über mangelnde Essens- und Trinkwasserversorgung.

Die Stadt Köln zählt zu den zehn deutschen Kommunen, deren Oberhäupter nach dem verheerenden Brand im Geflüchtetenlager in einem Brief ihre grundsätzliche und konkrete Aufnahmebereitschaft bekundet haben, und das nicht zum ersten Mal, wie Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Mittwoch erklärte.

“Ja, wir haben ja unsere Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen eigentlich schon im vorigen Jahr erklärt und im Januar diesen Jahres bekräftigt, gemeinsam mit anderen Städten. Wir haben Unterbringungskapazitäten. Wir haben im Moment rund 6.500 Geflüchtete in Köln. Und wir haben Unterbringungskapazitäten, weil wir ein Management haben, ein Raum-Management, was das auch vorhält.”

Rund 1.500 freie und kurzfristig belegbare Plätze stünden in der Domstadt zur Verfügung. Etwa so viele, wie die Bundesregierung am Dienstag bereiterklärt hatte, an Geflüchteten aufzunehmen. Josef Ludwig vom Amt für Wohnungswesen verwaltet die Unterbringungen in Köln:

“Eine große Lehre aus 2015 für die Stadt Köln ist, dass wir mittlerweile eine Reservehaltung haben. Wir haben circa 1500 freie Plätze, die belegbar, kurzfristig belegbar sind, nicht alle in dieser Qualität. Wir haben auch noch größere Einrichtungen. Aber wir haben gelernt, eine gewisse Vorhaltung für dann wieder größere Flüchtlingszahlen aufzubauen.”

Diese Systembau-Wohneinheiten sind für maximal 240 Personen ausgelegt – während Coronazeiten. Mehr als die Hälfte der Betten sind leer – und damit theoretisch bereit für den Zuzug neuer Schutzsuchender.

Diverse Städte und Gemeinden bundesweit bekunden seit geraumer Zeit ihre Bereitschaft, mehr Geflüchtete bei sich aufzunehmen, einer Initiative unter dem Motto “Sichere Häfen” haben sich mehr als 170 Kommunen angeschlossen.

Doch derzeit harren noch rund 12.000 ehemalige Bewohner aus Moria in griechischen Unterbringungen aus.

Von: reuters

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