Politik

Kramp-Karrenbauer löst Teile der Bundeswehr-Elitetruppe KSK auf [1:26]

Dienstag, 30. Juni 2020 | 19:23 Uhr

Rechtsextremismus in der Bundeswehr-Elitetruppe, hier Archivbilder. Als Konsequenz aus rechtsextremistischen Vorfällen löst Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU Teile der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte auf, kurz KSK.

Die zweite Kompanie des Verbandes solle aufgelöst werden, hieß es am Dienstag in einer Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses im Bundestag. In der Einheit hatte es mehrere rechtsextremistische Vorfälle gegeben. Der Verteidigungsstaatssekreträr Peter Tauber schrieb, die Analyse der aktuellen Ereignisse und rechtsextremistischen Fälle mache deutlich, dass sich das KSK zumindest in Teilbereichen in den letzten Jahren verselbständigt habe, abgeleitet aus einem “ungesunden Eliteverständnis einzelner Führungskräfte”.

Das KSK ist wegen mehrerer rechtsextremistischer Vorfälle seit längerem im Blick von Kramp-Karrenbauer und vom Militärgeheimdienst MAD. Im Mai stellte die Polizei bei einer Razzia auf dem Privatgelände eines KSK-Soldaten in Sachsen Waffen, Sprengstoff und Munition sicher. Im Juni bat ein Hauptmann aus der Truppe die Ministerin dann in einem mehr als zehnseitigen Schreiben um ein Eingreifen. Er warf Ausbildern und Vorgesetzten Willkür vor, die zu einer Art Kadavergehorsam in dem Verband führten. Beschwerden würden unterdrückt oder verschleppt. Im Verband herrsche eine “toxische Kultur des Hinnehmens”.

Kramp-Karrenbauer hatte schließlich eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Rechtsextremismus im KSK zu erarbeiten.

Von: reuters

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