Politik

Kramp-Karrenbauer: Vieles spricht für Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes [1:31]

Montag, 02. Dezember 2019 | 19:50 Uhr

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat deutlich gemacht, sie setze auf eine Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan nach Ablauf des aktuellen Mandats Ende März. Die Entscheidung über eine Fortsetzung des Einsatzes werde im Frühjahr fallen, sagte die Ministerin am Montag bei ihrem ersten Besuch der deutschen Soldaten in Masar-i-Scharif. Dabei werde auch eine Rolle spielen, wie sich die Friedensverhandlungen entwickelten. Jetzt sage sie, sehr vieles spreche dafür, dass die Arbeit, die man begonnen habe und die noch nicht beendet sei, auch fortgesetzt werden könne.

Kramp-Karrenbauer sprach von einem langen, schwierigen Weg. Die Arbeit sei noch nicht erledigt. Der seit 18 Jahren andauernde Einsatz am Hindukusch sei jedoch nicht gescheitert, es gebe Fortschritte.

US-Präsident Donald Trump hatte vor einigen Tagen bei seinem ersten Besuch in Afghanistan eine Wiederaufnahme der US-Friedensverhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban angekündigt, die er im September nach einem Anschlag gestoppt hatte. Direkte Verhandlungen mit der afghanischen Regierung lehnen die Islamisten bisher ab.

Derzeit sind noch etwa 1300 deutsche Soldaten als Teil eines Nato-Beratungseinsatzes am Hindukusch stationiert, gut 1000 von ihnen in Masar-i-Scharif. Trumps erklärtes Ziel ist es, den längsten Kriegseinsatz der USA gegen Sicherheitsgarantien der Taliban zu beenden und die US-Soldaten vom Hindukusch abzuziehen. Die Wendungen des US-Präsidenten etwa in der Syrien-Politik nähren bei Verbündeten laut Beobachtern allerdings Sorgen vor einem unabgestimmten Abzug der US-Truppen, der dann auch das Aus für den Rest des Nato-Einsatzes bedeuten dürfte.

Von: reuters

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