Politik

Landtagswahl Thüringen: Höcke fordert Rückkehr zur Normalität [3:23]

Mittwoch, 16. Oktober 2019 | 15:54 Uhr

“Wende 2.0” oder “Vollende die Wende” – das sind die Slogans, mit denen die Alternative für Deutschland in den Thüringer Landtagswahlkampf zieht. 30 Jahre nach dem politischen Umbruch in der DDR ziehen Spitzenkandidat Björn Höcke und seine Partei immer wieder Vergleiche zu den damaligen Ereignissen. Auf sogenannten Familienfesten der AfD wie hier in Erfurt spricht der 47-jährige von fehlender Meinungsfreiheit und Demokratiedefizit, von “Kartellparteien” und wirbt für eine “friedliche Revolution mit dem Stimmzettel”:

“Die AfD will einfach wieder eine Rückkehr zur Normalität in Thüringen und in Deutschland. Dafür sind wir angetreten, das wollen wir erzwingen und das werden wir mit Eurer Hilfe auch erzwingen. Machen wir den 27.10. zum Zahltag für die Kartellparteien, liebe Freunde. Holen wir uns unsere Demokratie, holen wir uns unseren Rechtsstaat, holen wir uns unser Land zurück, vollenden wir die Wende.”

Bei rund einem Viertel der Thüringer scheint Höcke damit auf offene Ohren zu stoßen. 24 Prozent würden nach einer Meinungsumfrage des Instituts Insa im Auftrag thüringischer Zeitungen von Ende September die AfD wählen. Damit wäre die Alternative für Deutschland zweitstärkste Kraft im Erfurter Landtag – nach der Linken von Ministerpräsident Bodo Ramelow mit 29 Prozent und knapp vor der CDU, die auf 23 Prozent käme.

Hier die Stimmen von einigen Teilnehmern der Veranstaltung in Erfurt:

(O-TON VERANSTALTUNGSTEILNEHMER OHNE NAMENSNENNUNG)

“Die AfD spricht das aus, was wichtig ist, und die anderen Parteien, die sprechen das aus, was unwichtig ist. Und das ist der kleine Unterschied.”

(O-TON VERANSTALTUNGSTEILNEHMER HAJO KLUTH)

“Also, ich glaube Herr Höcke ist das Zugpferd von Thüringen und ich freue mich, dass der Mann den Listenplatz eins hat, weil ich kann mir eine AfD ohne Herrn Höcke nicht vorstellen.”

(O-TON VERANSTALTUNGSTEILNEHMER JOCHEN KNABE)

“Na eben, weil sie die Ausländerpolitik… Es sind zu viele, wir sind eines Tages die Minderheit, das sage ich schon seit 15, das ist immer schlimmer geworden jetzt. Sie beteuern immer es wird weniger, aber es werden jeden Tag mehr und das muss sich ändern. Die Leute die hier nichts bringen, die uns nur auf der Tasche liegen, das die wieder auswandern müssen.”

Unangefochten steht Höcke an der Spitze seines Landesverbands – und das obwohl er als Galionsfigur der Rechtsaußen-Strömung genannt “Der Flügel” in der Partei nicht unumstritten ist. Seine Bezeichnung des Holocaust-Mahnmals als “Denkmal der Schande” führte zwar zu einem Parteiausschlussverfahren, die AfD verlassen musste er in dessen Folge jedoch nicht. Sollte Höcke das ihm prognostizierte Wahlergebnis erreichen, steht in Erfurt eine schwierige Regierungsbildung an. Denn den Umfragen zufolge wird es für derzeitige rot-rot-grüne Koalition unter Führung des Linke-Ministerpräsidenten Bodo Ramelow nicht mehr reichen.

Von: reuters

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