Politik

Maas-Wong-Treffen überschattet Beziehungen [1:46]

Mittwoch, 11. September 2019 | 18:25 Uhr

Die Begegnung von Bundesaußenminister Heiko Maas mit dem Hongkong-Aktivisten Joshua Wong hat Konsequenzen für das Verhältnis zwischen Deutschland und China. Das sagte der chinesische Botschafter in Berlin, Wu Ken, in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

“Dieser Zwischenfall bedeutet eine sehr negative Beeinträchtigung der bilateralen Beziehungen.”

Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte unterdessen die chinesische Führung am Mittwoch erneut, die Menschenrechte in Hongkong zu achten.

“Ich habe bei meinem jüngsten Besuch in Peking darauf hingewiesen, dass die Einhaltung der Menschenrechte für uns unabdingbar ist. Dies gilt auch für Hongkong. Die Bundesregierung hält das Prinzip “ein Land, zwei Systeme” für die Sonderverwaltungszone nach wie vor für richtig.”

Wong forderte Deutschland bei einem Auftritt in der Berliner Bundespressekonferenz auf, den Export von Ausrüstung für die Bereitschaftspolizei in Hongkong umgehend auszusetzen oder ganz zu stoppen.

“Deutschland sollte auch die Handelsverhandlungen mit China und Hongkong aussetzen, bis die Menschenrechtsfrage geklärt ist, und Gesetze erlassen, die diejenigen sanktionieren, die den europäischen Menschenrechtsidealen nicht gerecht werden.”

Maas und der Hongkong-Aktivist waren am Montagabend zusammengetroffen. Als Konsequenz war der deutsche Botschafter in Peking ins chinesische Außenministerium einbestellt worden. Experten bewerten Chinas Reaktion auf Wongs Deutschland-Besuch als ungewöhnlich scharf und sehen darin ein Zeichen von Nervosität in Peking.

Von: reuters

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