Politik

Mauerfall-Reden im Bundestag – “Sie sind ärmliche Gestalten” [2:23]

Freitag, 08. November 2019 | 14:18 Uhr

Hinweis: Dieser Beitrag wird ohne Sprechertext gesendet.

O-TON von Katrin Göring-Eckardt (Fraktionschefin Bündnis90/Grüne): “Ich sage das heute, weil ich tatsächlich vor 30 Jahren auf der Straße war und dafür gekämpft habe. Anders als Herr Gauland und Herr Höcke und Herr Kalbitz. Und weil ich weiß, Freiheit fordert von uns Respekt vor den Andersdenkenden, Zurückhaltung in der Auseinandersetzung. Sie fordert Anstand von uns. Freiheit ist unbequem. Und dennoch, meine Damen und Herren, ich würde jeden Tag wieder für Sie auf die Straße gehen. Glauben Sie nur eins nicht. Bei all Ihren Versuchen, Angst zu schüren. Glauben Sie nicht, dass diejenigen, die für Freiheit und Demokratie stehen, die dafür jeden Tag kämpfen, sich auch nur eine Sekunde einschüchtern lassen.”

O-TON von Tino Chrupalla (AfD): “Die Einheit bescherte uns auch neue Politiker, zum Beispiel die amtierende Kanzlerin Angela Merkel. Ich bedauere, dass sie uns nicht verrät, welche Herrschafts- und Zersetzungsstrategien sie damals bei der FDJ gelernt hat. Wie man ein Volk mit Agitation, wie man ein Volk mit Agitation und Propaganda in Schach hält. Das ist ja wertvolles Wissen”

O-TON von Michael Kretschmer (CDU-Ministerpräsident von Sachsen): “Um es auch noch einmal deutlich zu sagen: Gegenüber Menschen wie Helmut Kohl, den Kanzler der deutschen Einheit, sind sie ärmliche Gestalten. 90 Prozent der Menschen haben nach 1989 einen anderen Arbeitsplatz suchen müssen. Da nicht alles funktioniert. Und deswegen ist meine herzliche Bitte, meine Damen und Herren, vor allen Dingen in den Koalitionsfraktionen, jetzt zügig das Thema Grundrente abzuschließen. Es ist den Deutschen versprochen worden. Die Vorschläge, die heute vorliegen, würden für den Freistaat Sachsen bedeuten: 200 000 Menschen profitieren davon. Ich glaube, wir sind es den Leuten schuldig. Sie warten darauf. Ich wäre ihnen dankbar, wenn wir an dieser Stelle schnell zu einem Ergebnis kommen.”

O-TON Gregor Gysi (Die Linke): “Zuvor ging es um eine Veränderung der DDR. Wie gesagt, es gab in ihr staatliches Unrecht. Trotzdem lehne ich den Begriff des Unrechtsstaates für die DDR ab, weil der frühere Generalstaatsanwalt von Hessen, Fritz Bauer, diesen Begriff zu Recht für die Nazi-Diktatur prägte.”

Von: reuters

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz