Politik

Merkel erinnert an Opfer der SED-Diktatur [2:31]

Samstag, 09. November 2019 | 15:02 Uhr

Zu viele Menschen wurden Opfer der SED-Diktatur, mit diesen Worten erinnerte Angela Merkel 30 Jahre nach dem Fall der Mauer unter anderem an die Menschen, die an der Berliner Mauer getötet wurden, weil sie die Freiheit suchten, so Merkel. Die Bundeskanzlerin nahm am Samstag an einer Gedenkveranstaltung der Stiftung Berliner Mauer in der Bernauer Straße teil. Bei einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung sprach sie ein Grußwort:

“Ich erinnere auch an die 75.000 Menschen, die wegen Republikflucht inhaftiert waren, ich erinnere an die Menschen, die Repressionen erlitten, weil Angehörige von ihnen geflohen waren. Ich erinnere an die Menschen, die überwacht und denunziert wurden. Ich erinnere an die Menschen, die unterdrückt wurden und ihre Träume und Hoffnungen begraben mussten, weil sie sich staatlicher Willkür nicht beugen wollten.”

Die Gedenkstätte Berliner Mauer, an der Bernauer Straße im Zentrum von Berlin gelegen, gilt als zentraler Erinnerungsort an die deutsche Teilung. Hier erstrecken sich auf fast 1,5 Kilometern Länge Fragmente der Berliner Mauer und des ehemaligen Grenzstreifens.

“Wir waren vor 30 Jahren genau hier an diesem Platze, miterlebt, wie die Menschen rüberkamen, wie die Soldaten sich die Tränen aus dem Gesicht strichen und völlig fassungslos die in den Westen strömenden Menschen beobachtet hatten.”

“Ich bin ja gerade erst geboren worden, als die Mauer gefallen ist. Also, ich habe das gar nicht so richtig mitbekommen, wie das vorher war. Aber für unsere Kinder ist es natürlich wunderbar, dass wir jetzt überall hingehen können. Ich erinnere mich noch als Kind, wie wir im Auto ewig lange stehen mussten und gewartet haben. Und jetzt ist alles frei, und wir können hingehen, wo wir möchten.”

“30 Jahre Mauerfall, finde ich, ist etwas ganz Besonderes und etwas, was in unserer Geschichte auch eine bedeutende Stellung haben sollte und hat. Und wo man sich auch bewusst machen sollte, warum es das gab und was es für Auswirkungen hat, gerade in der politischen Zeit heute. Mit den ganzen extremen Seiten, finde ich, ist es noch wichtiger, dass man eben sich daran erinnert, wie es war und warum es gut ist, dass es nicht mehr so ist.”

An die Friedliche Revolution erinnerten auch Jugendliche aus Frankreich, Norwegen, Polen, Tschechien, der Slowakei, der Ukraine, Ungarn und Deutschland. Zeitzeugen sprachen von ihren Erfahrungen aus der Phase des Umbruchs. Außerdem sind für den 9. November zahlreiche Konzerte in der ganzen Stadt geplant.

Von: reuters

Kommentare

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1 Kommentar auf "Merkel erinnert an Opfer der SED-Diktatur"


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Spitzpassauf
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Superredner
8 Tage 8 h

Wie sagte erst kürzlich jemand.
Ich komme aus der DDR, ich komme aus der Zukunft.
Das sollte uns zu denken geben.

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