Vermischtes

Nachbarinnen der Mauer [2:36]

Freitag, 25. Oktober 2019 | 17:35 Uhr

“Das war wie Alice im Wunderland, so ungefähr. Und als diese Mauer dann plötzlich durchlässig war, das war ein Gefühl, als ob man schwebt. herrlich. Das war sowas schönes. Es brach dann ja alles Vergangene auf einen ein. Man fühlte sich, wie beflügelt.”

Die heute 81-jährige Dagmar Simdorn erinnert sich noch genau an den Moment, als sich ihr damals alltäglicher Weg entlang der Mauer plötzlich verändert hatte. Kurz nach dem 9. November 1989 war die Mauer zwar noch nicht vollständig abgerissen, doch es gab schon einzelne Lücken durch die hindurch man in den Westen spähen konnte.

“Die Mauer hat im Alltag nur insofern eine Rolle gespielt, als dass sie einfach da stand. Sie stand dann vor einem, wenn man selbst davor stand, und man hat es erstmal einfach so akzeptiert. Es war irgendwie, in einem gewissen Sinne doch so das Ende der Welt.”

Angelika Bondick schaute damals vom Westen aus auf die Mauer.

“Da war ein Wachposten, und die haben auch wenn wir auf dem Balkon waren, dann haben die auch mit ihren Ferngläsern uns erstmal begutachtet. Und mein Mann, der hat, auch wenn er mal ein Bierchen getrunken hat, hat er mal zugeprostet, und ja, dann guckten die wieder.

Als die Mauer fiel war Angelika Bondick Anfang dreißig, die Mauer stellte für sie keine größere Belastung dar.

“Das hat man akzeptiert. Anders war das nicht. Und wir konnten ja rübergehen. Also für mich war das ja wie gesagt kein Problem. Wenn wir jetzt irgendjemand besuchen wollten, da mussten wir zwar eine

Einreichung machen, aber das war ja immer ok.

Noch heute leben die Frauen an demselben Ort wie damals.

Ihre Erfahrungen vor der Wende mögen sich stark unterscheiden. Doch die Zeit des Zusammenwachsens von Ost und West beschreiben beide Frauen positiv.

“Manche denken vielleicht noch ein bisschen wie auf den Dörfern, oder so, aber in den Städten, denke ich mal, sind sie alle schon fast gleich.”

“Die haben ja auch nur eingetrichtert bekommen, na, die Ostler, die sind alle dumm und faul und die können nichts. Dass das gar nicht so an dem war, das hat ihnen ja auch in der

jüngsten Vergangenheit auch die Augen geöffnet. und gemerkt, ach, das sind ja auch Menschen, so wie du und ich.”

Von: reuters

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