Vermischtes

Party und Protest: Israel vor dem Eurovision Song Contest [1:54]

Mittwoch, 15. Mai 2019 | 17:01 Uhr

Partystimmung am Dienstagabend in Tel Aviv. In der israelischen Küstenstadt fieberten Schlagerfans dem ersten Halbfinale im Eurovision Song Contest entgegen. Israel richtet das Musikfestival 2019 nach seinem Sieg im Vorjahr aus. Glitzer, Glamour, Herz und Schmerz – dass so ein Festival mitten im immer wieder eskalierenden Nahostkonflikt stattfindet, ruft statt Party auch Proteste auf den Plan.

In Tel Aviv riefen Demonstranten am Dienstag zum Boykott des Song Contests auf. Sie kritisieren die Besatzung der palästinensischen Gebiete durch Israel, Europa dürfe dazu nicht schweigen. Damit alle es hören und niemand es verpassen kann.”

“Ihr habt eine moralische Verpflichtung gegenüber dem Frieden in der Welt. Ihr müsst doch wissen, dass diese Sicherheit bedroht wird und das direkt vor Eurer Nase. Und unsere moralische Verpflichtung ist doch, das deutlich zu machen.”

In Gaza protestierten Musiker mit palästinensischen Liedern gegen das internationale Glamourevent. Ein Konzert in den Trümmern eines zerstörten Hauses. Anfang Mai waren bei Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf israelische Städte und anschließenden Luftangriffen der israelischen Armee auf Ziele in Gaza mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen.

“Niemand hat das Recht, die Verbrechen Israels durch den Eurovision Song Contest reinzuwaschen, auch Sänger und Künstler nicht. Dieses Land wurde unseren Großeltern gestohlen”, sagt dieser Anführer der radikalislamischen Hamas.

Trotz aller Boykottaufrufe: bislang hat keine internationale Delegation ihren Besuch beim Eurovision Song Contest abgesagt. Auch Popstar Madonna will an ihrem Gastauftritt bei der Show am Samstag festhalten. Sie werde niemals aufhören Musik zu machen, nur um irgendeiner politischen Agenda zu entsprechen, teilte die Sängerin am Dienstag mit.

Von: reuters

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