Politik

Proteste gegen Auslieferungsgesetz in Hongkong eskalieren [2:04]

Mittwoch, 12. Juni 2019 | 14:34 Uhr

Bei den Protesten gegen das geplante Auslieferungsgesetz in Hongkong ist es am Mittwoch zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Die Beamten gingen mit Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschossen gegen die Menschen im Zentrum der Finanzmetropole vor. Demonstranten errichteten Barrikaden und weigerten sich, das Gebiet zu räumen. Es gab Berichte über Verletzte.

Zuvor hatten sich Zehntausende Menschen in Hongkong versammelt, um friedlich gegen die Gesetzespläne zu protestieren.

“Wir sind nur hier, um das Parlament lahmzulegen, bleibt bitte besonnen und lasst Euch nicht schlagen. Hört nicht auf die Ausreden anderer, ok?”, sagt dieser Mann.

“Hier spricht die Polizei, bitte verlassen Sie jetzt das Gelände.”

Die Demonstranten zogen über eine wichtige Verbindungsstraße in der Finanzmetropole nahe dem Büro von Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam. Man werde Lam nicht mit dem Gesetz davon kommen lassen, sagte ein Demonstrant. Auch Abgeordnete des Pro-Demokratie-Lagers nahmen an den Protesten teil.

“Kollegen der Demokratie: Wir werden bis zum Ende im Legislativrat kämpfen, sagt der Abgeordnete Lam Cheuk Ting und seine Kollegin Claudia Mo ergänzt: “Als die Regenschirmbewegung zu Ende ging, haben wir gesagt: Wir kommen zurück! Jetzt sind wir zurück!”

Das Gesetz soll Auslieferungen von Beschuldigten auch an China ermöglichen. Die Gegner des Papiers sehen jedoch die politischen und juristischen Freiheiten in Gefahr, die auf dem chinesischen Festland nicht gelten. Zudem geht in dem asiatischen Finanzzentrum die Sorge um, dass die geplante Gesetzesänderung den Sonderstatus Hongkongs gefährden und Investoren abschrecken könnte. Am Sonntag hatte es gegen das Vorhaben die größten Demonstrationen seit der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie an China vor mehr als 20 Jahren gegeben.

Nach den erneuten Massenprotesten wurde die für Mittwoch geplante Debatte über das Gesetz abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben.

Von: reuters

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