Politik

Rennen um SPD-Vorsitz offen [1:38]

Sonntag, 27. Oktober 2019 | 11:05 Uhr

In der Entscheidung über den SPD-Parteivorsitz muss Vizekanzler Olaf Scholz in eine zweite Runde. Der Bundesfinanzminister und seine Partnerin Klara Geywitz gewannen den Mitgliederentscheid über sechs Kandidatenpaare zwar mit leichtem Vorsprung. Sie verfehlten mit 22,7 Prozent die absolute Mehrheit aber deutlich und treten in einer Stichwahl nun gegen den früheren nordrhein-westfälischen Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken an. Sie kamen auf 21 Prozent.

O-TON BUNDESFINANZMINISTER OLAF SCHOLZ (SPD)

“Wir bewerben uns ja um den Vorsitz der SPD, weil wir wollen, dass sie mehr Zustimmung bekommt, dass sie mehr Unterstützung von den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland bekommt und dass wir als starke Partei auch Regierungen führen können. Darum geht es, und das wird auch für die Debatten der nächsten Zeit ganz zentral sein.”

O-TON KANDIDAT FÜR DEN SPD-VORSITZ NORBERT WALTER-BORJANS

“Nämlich, dass man klare Ansagen machen muss, wie wir in unserem Land für Gerechtigkeit sorgen, dass wir nicht einknicken vor mächtigen Gruppen, die ein Interesse haben, es vielleicht ein bisschen anders zu gestalten. Das heißt also, dass wir Sozialdemokratie in der SPD auch wieder erkennbar machen.”

Erst eine Stichwahl bis zum 30. November wird nun zeigen, ob die SPD-Mitglieder eine pragmatisch orientierte Doppelspitze aus Scholz und Geywitz wünschen, die das ungeliebte Regierungsbündnis mit der Union bis zur Bundestagswahl 2021 fortführen wollen. Oder ob eine gemäßigt linke Parteiführung unter Walter-Borjans und Esken die Geschicke der SPD steuert. Sie müssen die Koalitionsfrage noch klären: Esken hat den Ausstieg gefordert, Walter-Borjans hielt dies offen.

Von: reuters

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