Vermischtes

Rosenmontagszug in Köln so politisch wie nie [1:46]

Montag, 24. Februar 2020 | 15:23 Uhr

Jecken in Kölle am Rhing feierten am Rosenmontag ihren Zoch. Dafür fährt man am Morgen auch gerne mal von außerhalb in die Rheinmetropole. Trotz heftiger Sturmböen, ausgelöst durch das Tief “Yulia”, ließen sich Karnevalisten ihren Spaß nicht verderben.

“Weil das einfach ein super Erlebnis ist, hier am Rosenmontag in Köln. Das ist halt so. Man muss dabei sein.”

“Die Kölner haben halt so ein Temperament. Das steckt an.”

“Weil es immer wieder schön ist, die ganzen Jecken an den Straßen zu sehen, aber auch die Kreativität, der die Garden mitgehen, und die ganze Arbeit, die das ganze Jahr dahintersteckt. Das ist ganz schön viel Arbeit.”

Bunt und fröhlich, und wie immer auch ein bisschen politisch. Nur fünf Tage nach dem Attentat von Hanau mit elf Toten, reagierte das Kölner Karnevals-Festkomitee mit einem Trauerwagen. Ein sichtlich geknickter, weinender Dom führte den Zug sogar an mit einem großen Herzen mit der Aufschrift “Uns Hätz schleiht för Hanau” – zu Hochdeutsch: “Unser Herz schlägt für Hanau.”

Auch auf die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen gingen die Wagenbauer ein. Der AfD-Politiker Björn Höcke wurde als Hund dargestellt, der Wurstarten namens Hetze und Hass isst, geritten von seinem Bundesparteikollegen Alexander Gauland und FDP-Politiker Thomas Kemmerich, der anscheinend einer neuen Partei angehören soll, der AFDP.

“Politisch wie nie”, schrieb der Kölner Stadt-Anzeiger am Montag. Dabei drohte der Zug bei all dem großen Aufwand sogar auszufallen. Am Sonntag waren aufgrund des Sturmtiefs alle Schul- und Veedelzüge abgesagt worden. Ausgewählte Teilnehmer durften dafür im Rosenmontagszug mitlaufen, was die Zahl der Beteiligten auf mehr als 12.000 anstiegen ließ und den Kölner Karnevalszug zu dem größten in ganz Deutschland macht.

Von: reuters

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