Vermischtes

So trainiert Matthias Maurer für den Flug zur ISS [3:19]

Freitag, 31. Juli 2020 | 17:31 Uhr

2021 könnte für Matthias Maurer der Traum vom Flug ins All wahr werden. Als ESA-Astronaut soll der 50-jährige Saarländer zur Internationalen Raumstation ISS starten.

Derzeit bereitet sich Maurer in Houston auf seine Mission vor.

O-ton: “Hallo liebe Freunde, ich bin ESA- Astronaut Matthias Maurer, zurzeit im Training in den USA. Heute möchte ich euch erzählen, wie wir Astronauten uns auf einen Außenbordeinsatz im Weltraum vorbereiten. Arbeiten in Schwerelosigkeit wie im Weltraum lässt sich auf der Erde am besten unter Wasser trainieren. Daher hat die Nasa die komplette Internationale Raumstation in Originalgröße in einem riesigen Becken nachgebaut. Fast 25 Millionen Liter Wasser passen hier rein. Der Trainingstag beginnt für mich sehr früh. Um fünf Uhr stehe ich auf und frühstücke kräftig, damit ich Energie für den langen und anstrengenden Tag habe. Gegen sechs fahre ich dann los und bin spätestens um halb sieben vor Ort. Bevor wir mit dem Training beginnen, müssen wir alle Werkzeuge und Geräte vorbereiten, die wir für unseren Sechs-Stunden-Einsatz unter Wasser benötigen. Wenn man Werkzeug vergisst oder dieses nicht richtig funktioniert, hat man später unter Wasser bzw. im Vakuum des Weltraums ein Problem. Daher schauen wir alles gemeinsam mit unseren Trainern durch und üben auch noch einmal den richtigen Einsatz des Weltraum- Akkuschraubers. Dieser kostet übrigens mehr als ein Kleinwagen. Heute trainiere ich mit meiner Nasa-Astronauten-Kollegen Kayla.” – SCHNITT – “Dieser Anzug hilft uns dabei, trotz der schweißtreibenden Arbeit eine halbwegs angenehme Temperatur in unserem Mini-Raumschiff zu behalten und die Feuchtigkeit abzuführen. Der Anzug selbst ist sehr schwer und sehr komplex. Er besteht aus einer Hose mit Stiefeln, in die wir als erstes hineinrutschen. Dann geht es zum Oberteil. Alleine würde ich es nie schaffen, mir den Anzug anzuziehen. Da sind wir Astronauten auf der Erde auf die Unterstützung von vielen Experten angewiesen.” SCHNIT -“Im Weltraum müssen wir Astronauten dann in der Lage sein, alleine klarzukommen. Das ist nicht einfach, und daher hilft nur eins trainieren, trainieren, trainieren. Gegen neun Uhr geht es dann endlich los. Mittels Kran werden Kayla und ich ins Becken gehievt. Mit Anzug wiege ich locker 200 Kilogramm. Viel zu viel, um ohne Hilfe ins Wasser zu springen. Jetzt fühle ich mich schon fast wie im Weltraum. Vor mir liegt die ISS in Originalgröße. In Gedanken gehe ich noch einmal den heutigen Trainings Ablauf durch. Heute ein defektes Pumpen-Modul, was wir ausbauen, wegtransportieren und durch eine neue Pumpe ersetzen sollen.”

Wann genau der Doktor der Materialwissenschaften auf die echte Raumstation kommt, ist noch unklar. Im kommenden Jahr schickt die Europäische Weltraumagentur Astronauten auf zwei verschiedenen Missionen zur ISS. Den Auftakt macht im Frühjahr der Franzose Thomas Pesquet, für den Maurer als Backup eingeplant ist. Sein eigener Flug soll voraussichtlich im letzten Quartal 2021 starten. Ob mit einer SpaceX-Dragon-Rakete oder einem Boeing-Starliner ist laut ESA noch offen.

Von: reuters

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