Politik

Sorge um die Pressefreiheit in Australien [1:56]

Donnerstag, 06. Juni 2019 | 20:04 Uhr

In dieser Woche bekamen die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ABC in Australien überraschenden Besuch. Beamte der Bundespolizei kamen mit einem Durchsuchungsbeschluss ins Hauptquartier des Senders. Dabei ging es den Ermittlern um Dokumente im Zusammenhang mit einer Reportage aus dem Jahr 2017. ABC hatte aufgrund von zugespielten vertraulichen Informationen darüber berichte, wie australische Elitesoldaten in Afghanistan mutmaßlich Zivilisten getötet hatten.

Zuvor hatte die Polizei in Australien bereits die Wohnung einer Politik-Journalistin nach Dokumenten durchsucht. Sie hatte im vergangenen Jahr mehrere Papiere zu einem Plan veröffentlicht,

dem Geheimdienst die Abhörungen australischer Staatsbürger zu ermöglichen. Die Unterlagen waren laut Medieninformationen als “geheim klassifiziert.”

Das Vorgehen der Polizei sorgte bei Journalisten und darüber hinaus für Empörung. So auch beim ABC-Chefredakteur Craig Mcmurtrie:

“Das ein Durchsuchungbeschluss im Hauptquartier eines nationalen Fernsehsenders in dieser Art und Weise ausgeführt wird, ist eine Entwicklung, die nicht willkommen ist. Das ist sehr ernst und wir nehmen es sehr ernst. Es fühlt sich nicht gut an und das ist jetzt ein persönlicher Kommentar: Das ist nicht das Australien, das ich kenne.”

Der australische Journalistenverband sprach von einem Versuch “Journalisten einzuschüchtern”. Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” verglich die Razzia bei ABC mit der

Situation in einem autoritären Staat. Eine Politikerin der oppositionellen Labor Party forderte die Regierung auf dafür zu sorgen, dass die Pressefreiheit geschützt wird.

Der australische Premierminister Scott Morrison sagte, dass die Polizei unabhängig gehandelt haben. Er sei immer offen für Diskussionen, wenn Gesetze die Pressefreiheit beinträchtigen würden.

Von: reuters

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