Vermischtes

Streit um “Open Arms” geht weiter [2:09]

Dienstag, 20. August 2019 | 16:42 Uhr

Sie wollten nicht länger warten. Am Dienstag sind erneut mehrere Migranten von Bord des Rettungsschiffs Open Arms gesprungen und haben versucht,

schwimmend die italienische Insel Lampedusa zu erreichen.

Die Situation sei außer Kontrolle, twitterte die Besatzung der Open Arms. Nach Angabe der italienischen Behörden wurden die Flüchtlinge aus dem Wasser gerettet.

Die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, die das Schiff betreibt, beschrieb die Lage an Bord als katastrophal. Die hygienischen Bedingungen seien schlecht,

viele Migranten seien selbstmordgefährdet.

Einige derjenigen, denen es besonders schlecht geht, durften die Open Arms mittlerweile verlassen und wurden zur medizinischen Betreuung an Land gebracht.

Das Schiff hatte die Flüchtlinge am 1. August aufgenommen, seit Donnerstag ankert die Open Arms vor der italienischen Insel Lampedusa. Italiens rechtsgerichteter Innenminister Matteo Salvini verbietet dem Schiff nach wie vor die Einfahrt in den Hafen.

Die spanische Verteidigungsministerin Magarita Robles kritisierte Salvini scharf:

“Hinsichtlich der Open Arms kann ich nur sagen, dass es unfassbar ist und nicht zu akzeptieren, dass, obwohl sich verschiedene Staaten der EU bereiterklärt haben, die Menschen an Bord der Open Arms aufzunehmen und nach einer entsprechenden Gerichtsentscheidung, Herr Salvini weiterhin Menschenleben riskiert und einen europäischen Minimalkonsens missachtet. Und das nur aus wahltaktischen Gründen”

Die Regierung in Madrid hatte dem Schiff den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten. Das wären die Baleareninseln Menorca und Mallorca. Allerdings hält die Hilfsorganisation die tagelange Fahrt quer über das Mittelmeer für nicht machbar.

Am Dienstag kündigte die spanische Regierung an, dass sie ein Marineschiff zur italienischen Insel Lampedusa schicken wolle, um die festsitzenden Flüchtlinge aufzunehmen.

Für die Strecke werde das Schiff drei Tage brauchen, hieß es. Danach sollten die Flüchtlinge nach Palma de Mallorca gebracht werden.

Von: reuters

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