Politik

Thüringen vor schwieriger Regierungsbildung [2:26]

Sonntag, 27. Oktober 2019 | 20:35 Uhr

Bei den Landtagswahlen in Thüringen sind die Linken von Ministerpräsident Bodo Ramelow erstmals stärkste Partei geworden. Sie kommen laut Hochrechnungen von

ARD und ZDF auf knapp 30 Prozent. Allerdings verlor Ramelows rot-rot-grüne Landesregierung ihre Mehrheit.

Die AfD mit ihrem weit rechts stehenden Spitzenkandidaten Björn Höcke konnte ihren Stimmenanteil auf über 23 Prozent mehr als verdoppeln.

Die CDU musste schwere Verluste hinnehmen, sie kam mit einem Minus von rund zehn Punkten nur noch auf etwa 22,5 Prozent.

Spitzenkandidat Mike Mohring will das Wahlergebnis jetzt erst einmal analysieren:

“Da aber noch nie jemanden mit einem solchen Ergebnis gerechnet hat, kann man auch nicht heute abend Antworten geben. Wenn es heute abend Antworten gebe, hätten wir uns darauf eingestellt,

dass man eine Antwort haben muss. Und deswegen werden wir in Ruhe beraten müssen, wie man jetzt umgeht, wie man miteinander spricht. Und wie man dazu kommt,

dass dieses Land eine Regierung bekommt. Das ist unser Anspruch.”

Die SPD kam den Hochrechnungen zufolge auf etwa 8,5 Prozent, nachdem es 2014 noch 12,4 Prozent waren.

SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Tiefensee:

Die ebenfalls mitregierenden Grünen dürfen mit 5,4 Prozent rechnen, nachdem es 2014 zu 5,7 Prozent gereicht hatte.

Die FDP kam auf etwa fünf Prozent und kann mit dem Einzug in den Thüringer Landtag rechnen. FDP-Spitzenkandidat Thomas L. Kemmerich:

“Wir haben immer betont im Wahlkampf, dass wir bereit sind Regierungsverantwortung zu übernehmen. Dazu stehen wir auch. Und jetzt müssen wir schauen, welche Partner wir finden. Bei den Themenbereichen, die allen Thüringern wichtig waren. Bildung, Wirtschaft, Infrastruktur, Anbindung des ländlichen Raums. Es wird ne spannende Zeit, die die Demokratie sicherlich auch spannender und erlebbarer macht für die Bevölkerung.”

Ramelow sagte, es gebe einen klaren Regierungsauftrag für seine Partei. Er kündigte an, mit allen Parteien außer der AfD sprechen zu wollen.

Von: reuters

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