Vermischtes

Touristen-Ansturm auf Tschernobyl [2:05]

Freitag, 14. Juni 2019 | 16:48 Uhr

Es passierte am 26. April 1986, als im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl ein Reaktor in Flammen aufging und radioaktive Stoffe über einen großen Teil von Europa freisetzt wurden.

Heute, 33 Jahre später, fahren voll besetzte Busse an den Unglücksort in der Ukraine.

Wie eine Reiseagentur kürzlich mitteilte, ist die Zahl der Reisebuchungen um 40 Prozent gestiegen, seitdem die neue Serie “Chernobyl” Mitte Mai über die Streaming-Dienste läuft.

Während die nahe gelegene Stadt Prypyat in den letzten Jahren einer Geisterstadt glich, strömt Anfang Juni eine Gruppe nach der anderen durch das Gebiet, auf dem sich viele Besucher ein cooles Foto oder ein tolles Erlebnis erhoffen.

“Wenn es hier noch voller wird, verliert dieser isolierte Ort seine Besonderheit. Es sind jetzt schon relativ viele hier und man hat nicht mehr so richtig das Gefühl, an einem komplett verlassenen Ort zu sein. Wenn noch mehr kommen, ist es hier vorbei, denke ich.”

Viktoria Grozhko ist Tourguide. Hier zeigt sie auf ein Bild von früher. Ein Ort, an dem früher normaler Alltag herrschte. Der stetige Vergleich zu dieser zeit nimmt bei den Touren einen großen Teil ein.

“Tschernobyl ist auf der einen Seite ein ernüchternder Ort. Andererseits ist es aber auch nur ein Ort. Ein schöner Ort. Man sieht, wie sich ihn die Natur wieder zurückholt. Man merkt richtig, wie dieses Gelände die Leute beruhigt. Sie spüren diese Atmosphäre, wenn sie hierher kommen. Meiner Meinung nach ist diese Region die einzige in der Ukraine, in der man der ehemaligen Sowjetunion nahekommt.”

Bei dem Unfall wurden 31 Menschen sofort getötet und Zehntausende zur Flucht gezwungen. Die endgültige Zahl der Todesopfer, die durch strahlungsbedingte Krankheiten wie Krebs ihr Leben verloren, ist umstritten.

Eine weißrussische Studie schätzt die Gesamtzahl der Krebstodesfälle auf 115.000, während die Weltgesundheitsorganisation 9.000 Opfer zählt.

Von: reuters

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