Vermischtes

Trauer um einen Gletscher [2:00]

Montag, 23. September 2019 | 11:49 Uhr

Trauerfeier für einen Gletscher am Sonntag in der Schweiz. Rund 250 Bergsteiger und Umweltschützer waren gekommen, um den Pizol-Gletscher die letzte Ehre zu erweisen. Sie gehen davon aus, dass der Gletscher im nächsten Jahrzehnt vollständig verschwinden wird, ein weiteres Opfer der Erderwärmung. Der Gletscher ist in den vergangenen Jahren so stark geschrumpft, dass er in diesem Jahr zum letzten Mal vermessen wird. Für ihn gebe es keine Hoffnungen mehr, für andere Gletscher schon, sagt der Gletscher-Experte Matthias Huss:

“Diesen Gletscher können wir nicht mehr retten, er ist ein Symbol dafür, dass die Gletscher verschwinden und das Eis in den Alpen schmilzt. Diesen Gletscher können wir nicht mehr retten. Es gibt aber viele andere, bei denen das vielleicht möglich ist. Die größeren Gletscher können noch gerettet werden, aber auch sie werden kleiner werden.”

Forscher hatten erst im April eine Studie veröffentlicht, nach der die Alpen in 80 Jahren fast komplett eisfrei sein könnten. Nach einem Bericht der Weltwetterorganisation waren die Jahre von 2015 bis 2019 die heißeste Fünfjahresperiode seit Beginn der Messungen vor rund 150 Jahren. Diese Frau macht sich große Sorgen:

“Ich möchte wirklich eine gute Zukunft haben, ich möchte in einer netten Umgebung Bergsteigen und ich möchte eine gute Umwelt haben. Und wenn ich Kinder habe, wünsche ich mir das auch für sie.”

Nach Angaben der Wissenschaftler sind in der Schweiz zwischen 500 bis 1000 kleinere Gletscher bereits verschwunden. Der Pizol-Gletscher ist der erste größere Gletscher, der dem Klimawandel jetzt zum Opfer fallen wird. Ein ähnliche Trauerfeier hatte es zuvor schon für einen Gletscher auf Island gegeben. Dort waren die einst gewaltigen Eismassen auf eine Dicke von nur 15 Metern geschrumpft.

Von: reuters

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