Politik

Vergeltungsdrohungen bei Trauerfeier für iranischen General [2:17]

Montag, 06. Januar 2020 | 15:45 Uhr

Am Montag fand in der iranischen Hauptstadt Teheran die offizielle Trauerfeier statt für Kassem Soleimani, den iranischen Spitzen-Militär, den das US-Militär kürzlich im Irak gezielt getötet hatte.

Bei der Trauerfeier versagte dem geistlichen und staatlichen Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, die Stimme. In Aufnahmen des Staatsfernsehens war auch zu sehen, wie Chamenei vor der Menge in Teheran Tränen vergießt. Staatlichen Medien zufolge ging die Zahl der Teilnehmer an den Feierlichkeiten in die Millionen. Viele Menschen riefen “Tod Amerika”.

Den USA und dem verbündeten Israel steht nach den Worten von Soleimanis Tochter Seinab Soleimani ein schwarzer Tag bevor.

“Verrückter Trump, arrogant und ein Spielzeug des Zionismus, denke nicht, dass mit dem Märtyrertod meines Vaters alles vorbei ist. Mein Vater hatte einen Vater, und sie hielten zusammen. Und auch wir, wie unser Vater, werden zu ihm stehen”, sagte die Tochter des von einer US-Drohne Getöteten vor einer großen Menge bei den Trauerfeierlichkeiten in Teheran.

Mit Blick auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeigte sich die Bundesregierung um Deeskalation bemüht.

Kanzlerin Angela Merkel werde sich deshalb am Samstag auch in der Frage mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin austauschen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin:

O-Ton: “Die Kanzlerin hat gestern – Sie haben das selber gesagt – mit Premierminister Johnson und Präsident Macron telefoniert. Die drei haben anschließend eine gemeinsame Erklärung herausgegeben. Sie haben noch einmal darauf verwiesen, dass diese drei Staaten die jüngsten Angriffe auf Koalitionstruppen in Irak verurteilt hatten. Dass sie Besorgnis mehrfach über die negative Rolle, die der Iran in der Region spielt, zum Ausdruck gebracht haben. Gleichzeitig haben sie alle beteiligten Akteure zu äußerster Zurückhaltung, zu Besonnenheit, Verantwortungsbewusstsein aufgerufen.”

Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend auf Forderungen, angesichts der Eskalation zwischen den USA und dem Iran die Bundeswehrsoldaten aus dem Irak abzuziehen. Man sei mit der irakischen Regierung in Gesprächen, die Mission im Anti-IS-Kampf sei aber noch nicht abgeschlossen. Man werde jedoch “jede Position der irakischen Regierung” akzeptieren, sagte Regierungssprecher Seibert.

Von: reuters

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz