Vermischtes

Wirbel um Michael-Jackson-Ausstellung [2:37]

Donnerstag, 14. März 2019 | 19:49 Uhr

Die Bundeskunsthalle in Bonn huldigt dem “King of Pop”: Fast zehn Jahre nach dem Tod von Michael Jackson wird in der ehemaligen Bundeshauptstadt kommende Woche die Schau “Michael Jackson: On The Wall” eröffnet.

Die zahlreichen Exponate umfassen unterschiedliche Darstellungen und Porträts, unter anderem Werke des Fotografen David LaChapelle sowie aus der Factory von Andy Warhol. Der Intendant der Bundeskunsthalle, Rein Wolfs:

„Es fängt alles an bei Andy Warhol. Andy Warhol hat die ersten richtige Porträts gemacht von Michael Jackson, war natürlich der große Pop-Art-Künstler und hat damit Michael Jackson auch eigentlich in diese popkulturelle Welt so reingebracht. Und nach Andy Warhol waren das Künstler wie David La Chapelle, aber auch Kehinde Wiley, der als einer der letzten Künstler hier in der Ausstellung vertreten ist, der ein sehr großes Porträt von Michael Jackson gemacht hat. Es waren sehr viele afroamerikanische Künstler, die das Thema Jackson aufgearbeitet haben.”

Die Wander-Ausstellung ist vom 22. März bis 14. Juli 2019 in Bonn zu sehen. Zuvor war sie bereits zu Gast in London und Paris. Nach Bonn soll es weiter nach Finnland gehen.

Überschattet wird die Ausstellung von neuen Vorwürfen gegen den verstorbenen Weltstar, Kinder sexuell missbraucht zu haben. In der Fernseh-Dokumentation “Leaving Neverland” erheben zwei heute erwachsene Männer schwere Anschuldigungen gegen Jackson. Der Sänger habe begonnen, sie zu missbrauchen, als sie sieben und zehn Jahre gewesen seien, heißt es in dem Anfang März im US-Sender HBO ausgestrahlten Film.

„Ich gehe davon aus, dass es Menschen gibt, die mit der Person Michael Jackson nichts mehr zu tun haben wollen. Nur, ich sage Ihnen: Wir zeigen eine Kunstausstellung und in dieser Kunstausstellung wird das Phänomen Jackson auf unterschiedlichen Arten und Weisen dargestellt und wird ein unterschiedlicher Umgang damit geprobt. Man kann auch Werke lesen wie man sie lesen möchte. Man kann sie teilweise als Hommage lesen, man kann sie teilweise auch als ironischer oder andere kritische Einordnung lesen. Und das finde ich wichtig, irgendwie zu betonen.”

Jacksons Familie hat die Vorwürfe zurückgewiesen und Klage gegen HBO eingereicht. 2005 war Jackson in einem Prozess von Vorwürfen, einen 13-jährigen Jungen belästigt zu haben, freigesprochen worden. Jackson war im Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis rezeptpflichtiger Medikamente gestorben. Die Gemälde leben weiter, so wie seine Musik.

Rein Wolfs findet, dass bei einer möglichen Cancellung der Ausstellung, über die zwischenzeitlich diskurtiert wurde, ein Stück Kulturgeschichte ausradiert werden würde. Zudem werde eine Plattform weggenommen, um über das Thema zu reden, findet der Niederländer.

Von: reuters

Kommentare

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1 Kommentar auf "Wirbel um Michael-Jackson-Ausstellung"


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Neumi
Neumi
Universalgelehrter
4 Tage 13 h

Das Ganze wird langsam lächerlich.
Da sind 2 Burschen, die mit der Klage gegen einen Verstorbenen abgeblitzt sind. Sie haben ihre Ver sion der Geschichte dann an einen Ferhsehsender verkauft, der daraus eine reißerische Dokumentation gemacht hat (das gibt Zuschauerquoten). Und deshalb soll die ganze Welt jetzt Kopf stehen?

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