350 Millionen mit Schneeballsystem erschwindelt

13 Jahre Haft für spanischen “Mini-Madoff”

Freitag, 10. März 2017 | 22:50 Uhr

Weil er 350 Millionen Euro mit einem Schneeballsystem erschwindelte, ist der Spanier German Cardona Soler zu 13 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 300 Millionen Euro verurteilt worden. Das Nationale Gericht verurteilte den 46-Jährigen wegen Betrugs, Geldwäsche, Urkundenfälschung und Bildung einer kriminellen Vereinigung, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Urteil hervorgeht.

In Anspielung auf den US-Finanzbetrüger Bernard Madoff, der Anleger um bis zu 65 Milliarden Dollar (61 Milliarden Euro) geprellt hatte, wird Cardona “Mini-Madoff” genannt. Cardonas Firma Finanzas Forex zählte in den Jahren 2007 bis 2010 in Europa, den USA und Lateinamerika mehr als 186.000 Kunden, denen er monatliche Renditen zwischen 10 und 20 Prozent für Investitionen in Währungen versprach. Mit dem Geld seiner Kunden kaufte er jedoch Immobilien für sich selbst und Kollegen. 2011 wurde er in der spanischen Stadt Valencia mit zwei weiteren Männern festgenommen.

Dem Gericht zufolge wurden nur fünf Prozent des Geldes in Währungen wirklich investiert. Cardonas Kunden erhielten demnach nur eine “lächerliche Rendite”und wurden über die Firmen-Website falsch über die Gewinne ihrer Anlagen informiert. Für 81 Millionen Dollar seien Häuser in Kolumbien, Spanien, Panama und den USA gekauft, 107 Millionen Dollar seien in Gold angelegt worden.

Cardonas kolumbianische Ehefrau Lina Maria Mantilla wurde wegen Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 900.000 Euro verurteilt.

Der einstige US-Starinvestor Madoff war im Dezember 2008 festgenommen worden, nachdem er über Jahre hinweg mit Hilfe eines ausgeklügelten Schneeballsystems und phantastischen Renditeversprechen Anleger um geschätzte 65 Milliarden Dollar geprellt hatte. Im Jahr 2009 wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt und sitzt seitdem im Gefängnis.

Von: APA/ag.