Der Brexit sorgt weiter für Bedenken

27 Länder äußern Bedenken wegen Londons Brexit-Plänen

Freitag, 26. Oktober 2018 | 19:24 Uhr

Neben den schwierigen Gesprächen mit der EU stehen Großbritannien möglicherweise langwierige Verhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO bevor. Insgesamt 27 Länder äußerten bei der in Genf ansässigen Organisation “Bedenken” gegen das von Großbritannien gewünschte Vorgehen nach dem EU-Austritt, wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Genf erfuhr.

Unter den Bedenkenträgern ist nach Informationen der Nachrichtenseite MLex auch Russland, das “mehrere grundsätzliche WTO-Bestimmungen” durch die britischen Vorschläge umgangen sieht. Großbritannien drängt darauf, nach dem geplanten Brexit im März im Rahmen der WTO nach denselben Regeln Handel treiben zu dürfen wie bisher, mit ein paar technischen Veränderungen. Großbritannien ist Mitglied in der WTO, seit Jahrzehnten wird es dort jedoch durch die EU vertreten. Die von der EU ausgehandelten Regeln will London auch nach dem Brexit beibehalten und damit möglichst störungsfrei die künftigen bilateralen Handelsbeziehungen zu anderen WTO-Ländern gestalten.

Eine Verzögerung bei dem Abschluss neuer bilateraler Freihandelsabkommen nach dem EU-Austritt könnte wirtschaftliche Auswirkungen auf das Vereinigte Königreich haben. Die WTO spielte die Bedeutung der Einwände jedoch herunter und erklärte, die 27 Länder hätten sich lediglich das Recht vorgemerkt, “sich mit den Briten hinzusetzen” und mögliche Verhandlungen in den kommenden Monaten zu diskutieren.

“Die anderen Länder könnten sich dafür entscheiden, britische Unternehmen auf gleiche Art und Weise zu behandeln wie bisher, sie müssen aber nicht”, gab Lorand Bartels, Dozent für WTO-Recht an der University of Cambridge, zu bedenken.

Viele Probleme könnten vermieden werden, sollte London nach dem Brexit etwa Mitglied der Europäischen Zollunion bleiben, hieß es aus Handelskreisen. Die WTO räumte ein, dass es sich bei dem Fall um eine noch nie dagewesene Situation handle. Der Handel werde aber während der Diskussionen normal weitergehen.

Von: APA/ag.

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