4-Tage-Woche als Zukunftsmodell

4-Tage-Modell ist laut Rendi-Wagner Gewinn für Unternehmer

Freitag, 03. Juli 2020 | 14:45 Uhr

SPÖ-Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner hat heute die Werbetrommel für die 4-Tage-Woche gerührt. Diese sei eine “Win-Win-Win-Situation” für Arbeitnehmer, Unternehmer und Staat – und koste nur ein Fünftel der jetzigen Kurzarbeit. Nun gelte es, “mutig zu denken und ideologische Scheuklappen abzulegen”, so Rendi-Wagner am Freitag vor Journalisten.

Derzeit würden 50.000 offene Stellen auf 500.000 Arbeitslose kommen, wenn die Kurzarbeit auslaufe, drohe eine Kündigungswelle. “Wir wollen ein nachhaltiges Modell”, betonte Rendi-Wagner und ergänzte in Richtung der Arbeitgebervertreter: “Ein reflexartiges Nein ist nicht der richtige Weg aus dieser schweren Krise.”

Die Kritik von Wirtschaftskammer-Chef Harald Mahrer erklärt sie sich damit, dass dieser sich das SPÖ-Modell wohl nicht genau angesehen habe. Und Rendi-Wagner erinnerte an die ungleiche Verteilung der Arbeit: “Teilzeit ist weiblich, Überstunden sind männlich.” Nun seien die Sozialpartner gefordert, die Gewerkschaft stehe jedenfalls hinter der 4-Tage-Woche. Die Möglichkeit der Kurzarbeit solle weiter bestehen.

Und so sieht das SPÖ-Modell aus: Die Arbeitszeit wird für vorerst drei Jahre um 20 Prozent verringert. Ein Drittel der Kosten trägt der Betrieb, ein Drittel das AMS und der Arbeitnehmer bekommt um fünf Prozent seines Nettogehaltes weniger. Die Arbeitgeber sollen sich dadurch 15 Prozent der Lohnkosten ersparen – bei gleichzeitig steigender Produktivität. Der Staat wiederum hätte weniger Ausgaben für Arbeitslosigkeit und Mehreinnahmen durch eine höhere Beschäftigungsrate. Die Nettokosten für die öffentliche Hand würden pro einer Million Teilnehmer am 4-Tage-Modell bei netto 1,14 Mrd. Euro liegen. Die Kurzarbeit koste derzeit rund sechs Milliarden Euro, rechnete die Bundesparteivorsitzende vor.

Erwartungsgemäß ablehnend zeigte sich die Wirtschaftskammer (WKÖ) zum erneuten SPÖ-Vorstoß. “Es ist nicht das erste Mal, dass manche steigende Arbeitslosigkeit zum Anlass nehmen, um nach Arbeitszeitverkürzung zu rufen. Das erscheint auf den ersten Blick als einfache Lösung. In der Praxis allerdings geht diese Rechnung nicht auf”, sagt WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf.

Während SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner heute in einer Pressekonferenz auf positive Erfahrungen in Frankreich mit der dortigen 35-Stunden-Woche verwies, ist für Kopf das französische Modell ein Beispiel, wie es nicht funktioniert. “Anstatt der Anzahl der Jobs sind vor allem die Überstunden gestiegen”, betonte er am Freitag in einer Aussendung.

Von: apa

Kommentare

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11 Kommentare auf "4-Tage-Modell ist laut Rendi-Wagner Gewinn für Unternehmer"


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l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
1 Monat 7 Tage

Die Wahrheint klingt verrückt, aber der großteil von Studien bdstätigen das man gleich oder sogar produktiver ist bei einer 4-Tage Woche, oder alternativ 6 Stunden Arbeitstag.
Mental fitter, weniger Leerläufe.

Pacha
Pacha
Superredner
1 Monat 7 Tage

Das bezweifle ich, denn hat man einmal die 4 Tage Woche so wir der Ruf nach noch weniger lauter. Der Mensch ist nun mal so und was er dann mit seiner Freizeit so macht, möchte ich auch gerne wissen. Freizeit kostet Geld und am Ende vom Monat wird dann noch weniger übrig bleiben. Also besser wenn alle arbeiten!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 7 Tage

“Freizeit kostet Geld” Das ist gut für die, bei denen man es ausgibt.

Server
Server
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Liebste Frau Rendi- Wagner, ihr Traum vom Glück wird wohl ein Traum bleiben…..die 4-Tage-Woche ist in vielen Sparten, u.a. Tourismus schlichtweg nicht machbar, da zu teuer!

luki
luki
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

i war shun froe wenni e 5 toge woch hat….

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
1 Monat 7 Tage

Ich genieße eine 7-Tage-Woche als Rentner.

rantanplan
rantanplan
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

ich habe weiterhin die 7 tagewoche bei niedrigen nettolohn…..brauche nicht viel, habe auch noch nie gejammert

Server
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Tratscher
1 Monat 7 Tage

Und bitte, bitte, unterscheiden Sie heutzutage nicht zwischen männlich und weiblich, das ist kontraproduktiv!

montechristo
montechristo
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

Ein Grund mehr nicht in Österreich zu leben. Die Arbeitnehmer sollen 20% weniger arbeiten, aber nur 5% weniger verdienen. Also wenn diese Rechnung aufgeht dann gute Nacht… 🤯..

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
1 Monat 7 Tage

Wenn z.B. Gewerkschaften, wie bei mir in D die IG Metall, eine 30 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich fordern, stellen sich mir gleich mehrere Fragen :
1. Wer und von was soll das bezahlen ?
2. Kann man das auf alle ! Branchen ausweiten, Antwort : NEIN
3. Warum habe ich mich selbstständig gemacht ? Bei 30 Stunden/Woche wäre ich Mittwoch Abend fertig gewesen. Antwort : Selber schuld 😢

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

4 Tage Woche wird in einigen Branchen sicher einzug halten.
Auf in die Zukunft!

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