„Stay connected but protected“

5G und Internet der Dinge: Vorsorglicher Umgang gefordert

Donnerstag, 19. Mai 2022 | 11:41 Uhr

Bozen – Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) unterstützt das europaweite Vorhaben und die italienweite Initiative für einen vorsorglichen Umgang hinsichtlich 5G und Internet der Dinge.

Vor Kurzem startete eine europaweite Unterschriftenaktion der Europäischen Bürgerinitiative Stop (((5G))) – Stay Connected but Protected (EBI), lanciert von Verbraucher- und Patientenorganisationen aus sieben europäischen Ländern. Die EBI ist eine offiziell von der EU eingerichtete Möglichkeit, um seitens der Bürger Forderungen vorzubringen. Die EU-Kommission wird dadurch ersucht, Mobilfunk und Digitalisierung umweltgerecht, gesundheitsgerecht und demokratiegerecht zu gestalten. Im Zusammenhang mit 5G existieren mittlerweile viele Stellungnahmen aus der unabhängigen Wissenschaft, die ein Moratorium in der Implementierung dieser Technologie fordern. Es geht um die Vermeidung weiterer Verschlechterungen in der elektromagnetischen Belastung, die tagtäglich das Leben vieler Bürger erschwert und zum Teil zur Entwicklung von Hypersensibilität (EHS) führt. Außerdem bedeutet 5G einen weiteren Schub auf dem Weg der Digitalisierung unter Missachtung von Grundrechten wie dem Schutz der Privatsphäre.

Die Unterschriften können sowohl online als auch in schriftlicher Form geleistet werden. Alle Materialien der Initiative sind unter der Adresse https://signstop5g.eu/de zu finden. Wenn in ganz Europa mehr als eine Million Unterschriften zusammenkommen, muss die Europäische Kommission die 23 insgesamt unterbreitete Vorschläge der Initiative behandeln und rechtlich sowie wissenschaftlich begründete Entscheidungen treffen.

Die Verbraucherzentrale Südtirol unterstützt dieses Vorhaben, genauso wie die Initiative von den Organisationen, die in Italien für den Schutz der Gesundheit vor elektromagnetischer Belastung arbeiten: APPLE Elettrosmog, Associazione Italiana Elettrosensibili, Associazione AMICA. Diese haben unlängst Ministerpräsident Mario Draghi in einem offenen Brief aufgefordert, für den gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung einzutreten und dem Vorhaben der Mobilfunkindustrie zu widersprechen. Die Vertretung der Mobilfunkanbieter hat nämlich offizielle Schritte eingeleitet, um in Italien eine Erhöhung der zulässigen Grenzwerte der Mobilfunkimmissionen zu erreichen, und zwar von den aktuell geltenden 6V/m auf 61 V/m. Die tatsächliche Belastung würde somit um 110 mal stärker ausfallen und die bereits heute akute Gefährdung massiv erweitern.

Derzeit melden sich viele Bürger an die Verbraucherzentrale und an das Südtiroler Netzwerk der Bürgerwelle: in den Städten sowie auf dem Land mehren sich die Anpassungen und Aufstockungen der bestehenden Mobilfunkantennen. Neue Standorte werden außerdem organisiert, um die Versorgung mit 5G zu implementieren.

Für detailliertere Information steht die Beratung der Verbraucherzentrale in Sachen Elektrosmog zur Verfügung, unter infoconsum@verbraucherzentrale.it oder telefonisch 0471 941465.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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