Internationale Experten und Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gehen der Frage nach

7. GFS: „Südtirol 2030 – einzigartig oder austauschbar?“

Samstag, 05. September 2015 | 17:07 Uhr

Bozen – Südtirol liegt obenauf. In wenigen Jahrzehnten gelang ihm ein sagenhafter Aufstieg zur Modellregion in Europa. Nur, was kommt jetzt? Sind die erfolgreichen Mechanismen und Systeme von früher Garantien für dauerhafte Prosperität? Oder kann Südtirol eigentlich nur verlieren? Internationale Experten und Persönlichkeiten aus der heimischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gehen unter anderem diesen Fragen auf den Grund – beim 7. Global Forum Südtirol (GFS) zum Thema  „Südtirol 2030 – einzigartig oder austauschbar?“ am 2. Oktober an der Freien Universität in Bozen.

„Wenn wir über Perspektiven für Südtirol diskutieren, können wir das heute nicht mehr losgelöst vom internationalen Kontext tun“, ist GFS-Gründer und Organisator Christian Girardi überzeugt. „Denn, auch wenn Südtirol nach wie vor ein Wohlstandsland ist, so ist es doch keine Insel der Seligen. Die Entwicklung des Landes wird mitgeprägt von weltweiten Phänomenen und Trends. Besonders zu bleiben und nicht beliebig zu werden, ist die große Herausforderung dabei.“ Ziel des GFS sei es, Impulse zu geben und eine öffentliche Debatte über die Zukunft Südtirols anzustoßen, die quer über alle Bereiche und Disziplinen geführt wird. „Es geht um eine langfristige Vision für Südtirol.“

Digitalisierung, demografischer Wandel, Industrie 4.0: Keynote-Speaker Matthias Tauber wird in seinem Referat unter anderem auf diese Megatrends eingehen. Der gebürtige Südtiroler ist Partner bei der Boston Consulting Group in München und dort für Kunden aus der Industrie und dem Energiesektor tätig. Im Anschluss folgen die Ausführungen von David Bosshart zum Thema „Einzigartigkeit im heutigen wirtschaftlichen Umfeld – Mythos und Realität“. Bosshart ist seit 1999 Geschäftsführer des Gottlieb Duttweiler Instituts, einem unabhängigen Think-Tank für Handel, Wirtschaft und Gesellschaft. Er ist international als TOP-Mann und ausgesprochener Experte für Megatrends und insbesondere entsprechende Gegentrends bekannt. So nährt die fortschreitende Globalisierung das Streben nach mehr Föderalismus und Mitbestimmung, gleichzeitig aber auch eine neue Sehnsucht nach Ruhe, Heimat, Brauchtum und Identität.

Diese Gegentrends sind es, die häufig den Unterschied im globalen Wettbewerb ausmachen – sie machen eine Region einzigartig und unverwechselbar. Alois Lageder (Winzer und Präsident des Ökoinstituts), Norbert Niederkofler (Sternekoch), Elisabetta Foradori (Winzerin) und Ralph A. Riffesser (Hotelier) wissen das aus eigener Erfahrung. Im Rahmen einer offenen Podiumsdiskussion legen diese Vordenker ihre Standpunkte und Ideen für die Zukunft Südtirols dar. Auch die rund 300 erwarteten Besucher können sich an der spannenden Debatte beteiligen.

Das GFS, 2009 von Christian Girardi gegründet, wird von einem Team von erfahrenen Südtirolern im In- und Ausland mit Unterstützung der beiden Partner Südtiroler Volksbank und Podini Holding sowie zahlreichen Supportern und Sponsoren Jahr für Jahr weiterentwickelt. Als Plattform des Austauschs von Meinungen und Perspektiven werden im Forum immer wieder gesellschaftsrelevante Fragen aufgeworfen – 2014 ging es etwa darum, inwieweit das Schweizer Kantonsmodell auf Südtirol übertragbar sei. Auch dies Jahr steht dieses Ziel im Fokus. So werden auch Landeshauptmann Arno Kompatscher und der Präsident der Freien Universität Bozen, Konrad Bergmeister, die Veranstaltung eröffnen und erste Impulse zum Nachdenken und Diskutieren setzen.

Von: mh