Hier empfiehlt sich eine Fernbedienung für das Handgelenk

Actioncams im Test

Montag, 27. Juni 2016 | 11:30 Uhr

Actioncams sind angesagt, die Auswahl ist riesig. Doch auf Markennamen und Preise kann man sich nicht verlassen, wie ein aktueller Test zeigt: Die günstigste Kamera liefert mit die besten Videos. Und: Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch viel Zubehör.

Richtig gut handhaben lassen sich Actioncams in aller Regel nicht. Das liegt vor allem daran, dass an den Gehäusen nur wenige kleine Tasten angebracht sind. Wer mehr Komfort braucht oder die Kamera oft auf einem Helm einsetzen möchte, sollte ein Modell mit Fernbedienung für das Handgelenk in Erwägung ziehen, rät die Stiftung Warentest, die 15 Actioncams untersucht hat ("test"-Ausgabe 7/16).

Für alle getesteten Modelle gibt es auch Fernbedienungs-Apps. Diese sind den Experten zufolge aber keine gute Lösung, weil gerade bei Extrem- oder Wassersportarten ein zerbrechliches und wasserscheues Smartphone fehl am Platze ist. Grundsätzlich ist ein Blick auf das mitgelieferte Zubehör wie Halterungen, Befestigungen, Polster oder Zusatzgehäuse sinnvoll. Kurioserweise fielen im Test vor allem preiswerte Geräte in dieser Hinsicht positiv auf.

Die Actioncams selbst gaben sich in Sachen Robustheit keine Blöße: Alle bestanden den Härtetest unbeschadet, das heißt mehrfaches Fallenlassen aus einem Meter Höhe auf Beton und eine Wasseroberfläche sowie Tauchgänge bis zu 25 Metern.

Ein Gerät, das Videos nicht nur in Full-HD-, sondern auch in 4K-Auflösung liefert, ist den Experten zufolge noch keine Pflicht. Zwar lieferten einige Kameras bei schlechten Lichtverhältnissen bei 4K bessere Bildqualität als bei Full-HD-Auflösung. Richtig praxistauglich sei 4K aber noch nicht, auch wegen der anfallenden hohen Datenmengen, die das Bearbeiten der Videos aufwendig machen.

Grundsätzlich gelingen mit Actioncams selten Spitzenvideos: Das liegt den Warentestern zufolge daran, dass viele Geräte beim Verwacklungsschutz und bei wenig Licht patzen. Zudem sorgten die superweitwinkligen Objektive für gekrümmte Linien und winzige Motive im Hintergrund.

Eine sehr gute Bildstabilisierung bekommen die einzigen im Gesamtergebnis "guten" beiden Kameras auf den ersten Plätzen hin: Die Sony FDR-X1000VR (Note 2,3) für 420 Euro, die aber unter Wasser nur mit dem optionalen Tauchgehäusedeckel AKA-DDX1Km (27 Euro) scharfstellen kann, sowie die Sony HDR-AS50 (Note 2,5) für 231 Euro. Danach stehen in der Platzierungsliste bereits die insgesamt "befriedigenden" Actioncams mit der Garmin Virb XE (Note 2,6) für 385 Euro und die GoPro Hero4 Silver (Note 2,7) für 405.

Kaum schlechter mit der Note 2,9 schnitt die 115 Euro günstige Qumox SJ5000 WiFi (baugleich im Test: SJCam SJ5000 WiFi) ab, die unter optimalen Bedingungen im Sehtest sogar sehr gute Videos liefert. Ebenfalls die Gesamtnote 2,9 erhielten die Ricoh WG-M2 (330 Euro) und die TomTom Bandit (400 Euro).

Von: apa