Die Pflege der Zukunft ist vernetzt

AFI-Studie unterstreicht Bedeutung des Pflegegeldes

Donnerstag, 30. Juni 2016 | 11:55 Uhr

Bozen – Das Arbeitsförderungsinstitut AFI hat heute (30. Juni) eine Studie zum Pflegegeld veröffentlicht. LRin Stocker und Abteilungsdirektor Critelli nehmen Stellung.

"Die Pflege in Südtirol: Stand. Entwicklungen. Perspektiven" ist das Thema einer Studie des Arbeitsförderungsinstituts AFI, die am heutigen Donnerstag vorgestellt wurde. "Das Pflegegesetz aus dem Jahr 2007 ist sowohl sozial- als auch gesellschaftspolitisch eine der wichtigsten Maßnahmen der vergangenen Jahrzehnte", unterstreicht Soziallandesrätin Martha Stocker in diesem Zusammenhang. "Besonders die Pflege und Betreuung zu Hause durch Familien und Angehörige konnten durch das Pflegegeld deutlich stärker unterstützt werden, was unter anderem zu einer gewissen Entlastung der professionellen Dienste beigetragen hat", so die Landesrätin. 70 Prozent der Pflegegeldempfänger in Südtirol werden daheim gepflegt, 30 Prozent hingegen leben in Seniorenwohnheimen oder anderen Einrichtungen.

Die bei den Beziehern durchgeführten Überprüfungen zeigen auf, dass die Menschen in den allermeisten Fällen zufriedenstellend gepflegt werden. Die Studie bescheinigt weiters einen leichten, aber stetigen Anstieg der Empfänger und der Kosten – ein Trend, der sich auch in Zukunft angesichts der demographischen Entwicklung fortsetzen wird. "Trotz vieler Befürchtungen bewegen sich die Ausgaben im geschätzten Rahmen und nehmen von Jahr zu Jahr nur geringfügig zu. Dies belegt die gute Planung, welche dem Gesetz zugrunde liegt", so der Direktor der Landesabteilung Soziales Luca Critelli.

"Die Herausforderungen in der Pflege werden in den nächsten Jahren zunehmen", ist sich Soziallandesrätin Stocker bewusst. "Wir müssen bereits heute im Hinblick auf die Jahre ab 2030-2035 planen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ein hohes Alter erreichen werden", so Stocker. Dies gelte für die Deckung des zukünftigen Pflegebedarfs durch ein breit gefächertes Angebot, die Sicherung und Kontrolle der Qualität der Pflege, die Begleitung und Beratung der Angehörigen sowie die Finanzierbarkeit. "Wir müssen rechtzeitig an einem gesamten Leistungsangebot arbeiten, das über das Pflegegeld hinausgeht. Dabei wird das Pflegegeld auch in Zukunft eine der Kernleistungen des Südtiroler Sozialsystems bilden", ist die Landesrätin überzeugt.

In der Diskussion um die Pflege und Betreuung dürften jedoch neben den pflegebedürftigen Menschen auch die pflegenden Angehörigen nicht vergessen werden: Sie laufen Gefahr, einer Situation der Überlastung ausgesetzt zu sein und müssen daher durch den Ausbau von Unterstützungs- und Begleitungsangeboten besser betreut werden. Mit den Anlaufstellen für Pflege und Betreuung, die in den nächsten Jahren kontinuierlich ausgebaut werden sollen, hat das Land einen ersten Schritt in diese Richtung gesetzt.

Von: lpa