KFV führte leichte Brennbarkeit von Akkus vor

Akkubrandgefahr wird von Österreichern häufig unterschätzt

Freitag, 14. Dezember 2018 | 13:30 Uhr

Die Anzahl der Akkus in den österreichischen Haushalten steigt. Die davon ausgehende Brandgefahr wird von der Bevölkerung unterschätzt, haben Experten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit und der MA 39 am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien erklärt. Rund 900 Brände sind in Österreich jährlich auf Elektrogeräte zurückzuführen. Damit stellen sie die zweithäufigste Brandursache dar.

“Im Umgang mit offenem Licht und Feuer sind sich die meisten Menschen der damit verbundenen Gefahr bewusst. Mit Elektrobränden rechnen hingegen die Wenigsten”, sagte die Wiener Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ). Deswegen sei Bewusstseinsbildung für dieses “brandaktuelle Thema” umso wichtiger. Wie viele Elektrobrände auf Akkus zurückzuführen sind, sei noch nicht statistisch erfasst, erklärte Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Aber ein Trend nach oben lasse sich erkennen. Das sei mitunter auf die steigende Anzahl an Akkus im Haushalt – etwa in Smartphones, Tablets, ferngesteuerten Autos und Kuscheltieren – zurückzuführen. Im Durchschnitt lassen sich 14 Akkus pro Haushalt zählen.

Eine österreichweite Umfrage des KFV unter 1.000 Personen hat ergeben, dass Unbekümmertheit und Unwissenheit im Hinblick auf die Gefahrenquelle Akku vorherrschen. “Nur weniger als die Hälfte der Befragten überwacht den Ladevorgang der Akkus. Ein Drittel ist währenddessen noch nicht einmal daheim”, sagte Kaltenegger. Jeder fünfte Befragte legt die Geräte beim Aufladen auf leicht brennbare Unterlagen und jeder sechste kennt die im Brandfall zu wählende Notrufnummer 122 nicht. Das ist umso bedenklicher, wenn im Haushalt kein funktionstüchtiger Feuerlöscher (50 Prozent) und kein Rauchwarnmelder (60 Prozent) vorhanden sind.

Sechs Prozent der Befragten geben an, bereits einen Zwischenfall mit einem Akku erlebt zu haben. Die Vorfälle reichen dabei von Überhitzung und aufgeblähtem Zustand des Akkus bis hin zu tatsächlichen Bränden und Stromschlägen. “Akkubrände sind zwar nach wie vor ein seltenes Phänomen, aber wenn es eintritt, dann in sehr gefährlichen Umständen”, warnte Kaltenegger davor, die Gefahr auf die leichte Schulter zu nehmen.

Die häufigsten Brandursachen sind auf fehlerhafte Bedienung, Vergesslichkeit und schadhafte Geräte zurückzuführen und lassen sich somit bekämpfen. “Lassen Sie Akkus nicht in der Hitze liegen”, empfahl Dieter Werner, Laborleiter des Bauphysiklabors der MA 39. Extreme Temperaturen – Hitze als auch Kälte – würden die chemischen Abläufe im Inneren des Akkus beeinflussen und die Leistung in Mitleidenschaft ziehen. Auch sollten Originalladegeräte verwendet werden, damit sichergestellt ist, dass die richtige Spannung vorhanden ist. Ist der Akku beschädigt, aufgebläht oder gewölbt, sollte er entsorgt werden. Bei einem Ladestand von 20 bis 30 Prozent empfiehlt es sich, den Akku aufzuladen und das am Besten nicht über Nacht, da auch ein permanent hoher Ladestand den Akku belastet. “Lässt es sich dennoch nicht vermeiden, dann schalten Sie das Handy aus”, empfahl Werner. Nicht zuletzt sollten Akkus nicht auf brennbaren Unterlagen geladen werden. Schließlich könne ein Überhitzen des Akkus zu einem technischen Defekt und damit im schlimmsten Fall zu einem Brand führen.

Von: apa