Landesrat Schuler will Trend entgegenwirken

Alm an Provinzfremde: Keine Förderung für Absahner

Dienstag, 28. April 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Die Verpachtung von Südtiroler Almen an Provinzfremde ist eine unangenehme Begleiterscheinung der Almwirtschaft.

Ob in Ulten, Ratschings, Jaufental, Enneberg, Terenten oder Proveis: Große Mastbetriebe aus Oberitalien pachten Almen in Südtirol, den Marken und Abruzzen, um EU-Prämien zu kassieren. Bis zu 400 Euro pro Hektar gibt es aus Brüssel.

„Die Alpungsprämie für Südtiroler, die ihre eigene Alm selber bewirtschaften, beträgt hingegen nur rund 50 Euro pro Hektar. Diese Form der Landwirtschaftspolitik stößt auf Unverständnis und erzeugt Unmut“, so Pius Leitner von den Freiheitlichen, der dazu eine Anfrage an die Landesregierung gestellt hat.

Laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten unter Berufung auf die Beantwortung der Anfrage Leitners kamen allein 2014 im Ultental fast 1.000 zusätzliche Hektar Almen unter „Fremdherrschaft“.

Wie Schuler in seiner Antwort schreibt, werden auch 2015 wieder mehr Pachtverträge mit Provinzfremden abgeschlossen – trotz aller Bemühungen der Politik, dem entgegenzuwirken.

So unterstreicht Schuler, dass dieses System nicht mehr ungestraft läuft: „Wer an Auswärtige verpachtet, fliegt aus der Beitragsvergabe.“ Die Rechnung für Bauern, die verpachten, könnte nicht mehr aufgehen.

Zumal der Südtiroler Bauernbund sich mittlerweile weigere, bei Verpachtungen an Provinzfremde die Beratung zu übernehmen, werden diese meist ohne Rechtsbeistand abgeschlossen. „Sie gelten dann 15 Jahre, obwohl unsere Bauern meinen, sie hätten nur für ein oder zwei Jahre verpachtet“, warnt Schuler

Für die Betriebsprämie sei dies fatal: Wer Anspruch auf sie hat oder nicht, wird heuer festgelegt. „Und das gilt bis 2020“, so Schuler. Einmal „falsch“ verpachtet, und die Betriebsprämie ist auf Jahre futsch. Und nicht nur sie. „Wer an Provinzfremde verpachtet, darf nicht glauben, weiter denselben Zugang zur Landesförderung zu haben wie alle. Das spielt sich nicht“, so Schuler gegenüber den „Dolomiten“.

Derzeit wird geprüft, von welchen Beiträgen der Ausschluss erfolgt.

Für Pius Leitner liegt die Schuld an der Misere in Brüssel. Er könne die Bauern verstehen, die bei dem lukrativen Spiel mitmachen. Als ärgerlicher empfindet er, dass die EU Großunternehmen Gelder für Dienste gibt, die nicht erbracht werden. Landwirte sollte das Geld direkt erhalten.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen