Invalidenparkschein kann in der Ansässigkeitsgemeinde beantragt werden

Alter oranger Parkausweis für Invaliden bald wertlos

Freitag, 17. Juli 2015 | 11:06 Uhr

Bozen –  Im Herbst verfallen die alten, orangefarbenen, Parkausweise für gehbehinderte Invaliden. Danach sind nur noch die neuen, blauen, Europäischen Parkscheine gültig. Diese können in der Ansässigkeitsgemeinde beantragt werden.

Im September 2015 verlieren alle alten orangefarbenen Berechtigungsscheine zum Parken auf den für Invaliden reservierten Stellplätzen ihre Gültigkeit. Darauf weist der Dachverband für Soziales und Gesundheit hin.

„Die alten Invalidenparkscheine verfallen am 15. September. Danach sind nur noch die blauen Europäischen Parkscheine gültig“, erklärt Martin Telser, Präsident des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit. Aufgepasst also, wer noch so ein altes „oranges“ Kartl hinter der Windschutzscheibe seines Autos liegen hat. Der neue Europäische Invalidenparkschein kann in der Ansässigkeitsgemeinde beantragt werden. 

„Diese Ausweise und die Behindertenparkplätze sind für die Betroffenen eine kleine, aber sehr wichtige Hilfe im Alltag, denn für körperbehinderte Menschen bietet das Auto oft die einzige Möglichkeit, mobil zu sein und zu bleiben“, betont Telser. Der Invalidenparkschein berechtigt dazu, die extra eingezeichneten Autoabstellplätze gebührenfrei zu belegen und Straßen mit eingeschränktem Verkehr zu benutzen. Dazu kommt die Möglichkeit, damit auch Forstwege zu befahren und so Gebiete erreichen zu können, die sonst nur Fußgängern zugänglich sind.

Warum benötigen behinderte Menschen die Behindertenparkplätze so dringend?

Behindertenparkplätze liegen oft in der Nähe öffentlicher Gebäude, so dass es idealerweise nur wenige Schritte bis zum Eingang sind. Sie ersparen es lange Wege zurücklegen zu müssen. Dies ist wichtig vor allem für gehbehinderte Menschen und Leuten mit Atemwegserkrankungen.

„Viele Menschen mit Behinderung können nicht weit laufen. Daher sollten Nicht-Behinderte diese reservierten Parkplätze unbedingt freihalten – auch dann, wenn sie nur kurz anhalten und zum Beispiel etwas ausladen möchten, oder nur mal eben für fünf Minuten einkaufen, bzw. wenn kein anderer Parkplatz frei ist“, betont Telser.

Warum sind Behindertenparkplätze so breit?

Menschen mit Behinderung, insbesondere Rollstuhlfahrer, brauchen zum Ein- und Aussteigen mehr Platz: „Der Rollstuhl muss neben die Autotür passen, sie muss meist ganz geöffnet werden. Einige Rollstuhlfahrer nutzen Hebebühnen um ins Auto zu kommen. Auch diese brauchen Platz. Und auch Menschen, die Krücken benutzen, brauchen den Platz zum Einsteigen“, erklärt Telser. Viele Betroffene können also ausschließlich breite Parkplätze benutzen. Auch wenn noch viele andere Parkplätze frei wären, nutzt das nichts, weil sie normal breite Parkplätze nicht nutzen können oder Angst haben müssen, dass ihnen jemand die Tür zuparkt.

Blinde können gar kein Auto fahren. Wieso bekommen sie einen Parkausweis?

Voraussetzung für die Ausstellung eines Parkausweises ist nicht, dass man selbst fahren können muss. Genauso ist es bei blinden oder sehbehinderten Menschen. Sie können den Ausweis nutzen, wenn sie jemand fährt. Der Ausweis ist nicht fahrzeuggebunden.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen