Kleiderspende für lokale Sozialprojekte

Altkleidersammlung in Brixen

Donnerstag, 23. Juli 2015 | 12:53 Uhr

Brixen – Seit Mitte Juli sammelt in Brixen die Sozialgenossenschaft Mebo Coop aus Bozen die Altkleider ein. Zwanzig neue gelbe Container sind bereits im gesamten Stadtgebiet verteilt und ersetzen die bisherigen der Caritas. Bei einer Pressekonferenz erklärten Vertreter der Stadtwerke Brixen AG, der Präsident des nationalen Konsortiums zur Altkleidersammlung, Edoardo Amerini, der Präsident von Mebo Coop, Alberto Emer, und Stefano Piolatto von Tesmapri SpA, warum der Dienst ausgeschrieben werden musste und wie die Altkleidersammlung in Brixen nun in der Praxis funktioniert.

„Die Stadtwerke Brixen AG ist im Auftrag der Gemeinde Brixen für die Abfallbewirtschaftung zuständig“, sagt der Generaldirektor der Stadtwerke Brixen AG Wolfgang Plank. Die europäischen Abfallverordnungen und deren nationale Umsetzung rechnen Altkleider zum Abfall. Nachdem sich mehrere Subjekte um die Führung des Dienstes beworben hatten, musste die Stadtwerke Brixen AG aus rechtlichen Gründen den Dienst zur Altkleidersammlung öffentlich ausschreiben.

Die Caritas, die bislang im Stadtgebiet von Brixen die Altkleider in ihren Containern sammelte und diesen Dienst über die Sozialgenossenschaft Albatros ausführen ließ, beteiligte sich nicht an der Ausschreibung. Beteiligt hat sich hingegen Mebo Coop, ebenfalls eine Sozialgenossenschaft aus Bozen, der daraufhin für die folgenden 24 Monate der Dienst für die Sammlung von Altkleidern im Gemeindegebiet von Brixen übertragen wurde.

Die Ausschreibung sah einen Mindestpreis von 200 Euro pro Tonne vor. Die Sozialgenossenschaft Mebo Coop zahlt pro Tonne 202 Euro. Laut Gemeinderatsbeschluss gehen davon 132 Euro an die Gemeinde, 70 Euro erhält die Stadtwerke Brixen AG als Kostenvergütung. Schätzungsweise erwachsen aus der Altkleidersammlung für die Gemeinde Brixen pro Jahr 33.000 Euro an zusätzlichen Einnahmen. Während bislang der Erlös der Kleiderspende an die Caritas ging, entscheidet nun die Gemeinde Brixen, für welche Sozialprojekte auf Gemeindegebiet sie das Geld einsetzen will. Außerdem dienen die Einnahmen zur Stabilisierung der Abfallgebühren. Damit kommt der Erlös aus der Altkleidersammlung direkt den Bürgerinnen und Bürgern von Brixen zugute.

Für die Bevölkerung ändert sich in der Praxis der Altkleiderentsorgung wenig: „Gesammelt werden nach wie vor Kleidung, Taschen, Wäsche, Hüte, Vorhänge, Strickwaren, Decken und paarweise zusammengebundene Schuhe in gutem Zustand“, sagt Michele Bellucco, der Leiter der Umweltdienste der Stadtwerke Brixen AG.

Alberto Emer, Präsident von Mebo Coop, fügt hinzu: „Die zwanzig gelben Container sind mit einem Sender ausgestattet. Dieser zeigt an, wann der Behälter zur Hälfte bzw. zur Gänze voll ist und also entleert werden muss. Das bedeutet, dass wir nicht periodisch nach vorgegebenen Frequenzen entleeren, sondern immer dann, wenn es notwendig ist. Allenfalls auch täglich.“ Die gesammelten Altkleider werden laut geltender Norm über ausgewählten Secondhand-Handel weitervertrieben oder industriell zerkleinert und wiederverwertet.

„Schlussendlich kann jeder Bürger selber entscheiden, wem er seine abgetragenen Kleider überlassen will“, schließt Generaldirektor Wolfgang Plank: „Ob der Altkleidersammlung, dem Vinzenzverein oder dem Roten Kreuz. In jedem Fall trägt er dazu bei, Sozialprojekte zu unterstützen.“

Von: ©mk

Bezirk: Eisacktal