Hartinger-Klein will eine stiftungsähnliche Maßnahme

AMS-Verwaltungsrat berät in Trainer-Causa am 4. Dezember

Donnerstag, 29. November 2018 | 13:59 Uhr

Der Verwaltungsrat des Arbeitsmarktservice (AMS) wird Anfang Dezember über Maßnahmen für die vom Sparkurs betroffenen AMS-Trainer und -Sprachlehrer beraten. Die “stiftungsähnliche Maßnahme” soll am 4. Dezember im Verwaltungsrat beschlossen werden, hieß es aus informierten Kreisen zur APA.

Die geplante Branchenstiftung für die 1.200 vom Sparkurs betroffenen AMS-Trainer und Sprachlehrer könnte mit bis zu 14 Mio. Euro dotiert werden. Jeweils ungefähr die Hälfte soll vom Arbeitsmarktservice (AMS) und den Weiterbildungsunternehmen kommen, berichtet das Ö1-“Mittagsjournal” des ORF-Radios am Donnerstag.

Die arbeitslosen Trainer und Spracherlehrer würden über diese Stiftung bis zu drei Jahre Arbeitslosengeld bekommen, wenn sie Weiterbildungs- oder Umschulungsmaßnahmen machen. Die Berufsvereinigung der ArbeitgeberInnen privater Bildungseinrichtungen (BABE) begrüßt die Einrichtung einer Branchenstiftung. Die betroffenen Deutschlehrer würden voraussichtlich eine Umschulung benötigen und könnten vielleicht bei Digitalisierungskursen eingesetzt werden, sagte BABE-Vorsitzender und BFI-Chef Michael Sturm im “Mittagsjournal”.

Arbeitsstiftungen werden eingerichtet, wenn viele Beschäftigte einer Branche oder eines Unternehmens ihren Job verlieren. Zuletzt gab es Stiftungen für Beschäftigte im Handel (u.a. Zielpunkt-Insolvenz) und für Bankangestellte. Die Stiftung soll bei der Suche nach einem neuen Job oder einer neuen Ausbildung helfen.

Die Gewerkschaft hat underessen die geplante “stiftungsähnliche Maßnahme” begrüßt. Kritik übte GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Dürtscher an der Kürzung der Mittel für AMS-Trainer und -Sprachlehrer durch die Regierung. Umso besser Arbeitskräfte Deutsch sprechen, umso höher seien die Arbeitsmarktchancen. Das Angebot an Sprachkursen sei verknappt worden, der Bedarf wäre da, sagte Dürtscher zur APA.

Der GPA-djp-Bundesgeschäftsführer verwies darauf, dass die Stiftung erst vom AMS-Verwaltungsrat am 4. Dezember beschlossen werden muss. Er hoffe, dass es “keine Stolpersteine” mehr gebe und es für die Betroffenen bald wieder eine Perspektive gebe. Es sei eine “stiftungsähnliche Maßnahme” und nicht eine normale Arbeitsstiftung, wie bei den Banken und im Handel, weil keine Interessensvertretungen bei der Stiftung involviert seien, erklärte Dürtscher.

AMS-Chef Johannes Kopf erklärte kürzlich, dass das Förderbudget des Arbeitsmarktservice (AMS) in Höhe von 1,25 Mrd. Euro für 2019 bereits fixiert sei, bei der Sitzung am 4. Dezember werde es nur um die Verteilung der Mittel gehen. 2018 standen dem AMS 1,4 Mrd. Euro für die aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung. Aufgrund sinkender Arbeitslosenzahlen sollen 2019 aber mehr finanzielle Mittel pro Arbeitslosen zur Verfügung stehen.

Der neunköpfige AMS-Verwaltungsrat wird vom Finanz-und vom Sozialministerium, von Arbeiterkammer, Gewerkschaft, Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung beschickt. Die Entscheidungen des Verwaltungsrats – u. a. zu Budget und Personalia – fallen per Mehrheitsbeschluss.

Von: apa

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