AMS-Vorstand Johannes Kopf

AMS-Vorstand Kopf fürchtet budgetbedingt Angebotsknappheit

Freitag, 24. August 2018 | 11:15 Uhr

Der Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, warnt davor, dass mit weniger AMS-Budget Projekte, die sinnvoll seien, nicht mehr gemacht werden könnten. So könnte etwa Älteren, Langzeitarbeitslosen oder Jugendlichen weniger angeboten werden, so Kopf in einem Interview mit der “Presse”. Er setzt sich für 1,25 Mrd. Euro Budget für 2019 ein, nach heuer 1,41 Mrd. Euro.

Die erwartete Bandbreite liegt wie berichtet bei 1,05 bis 1,25 Mrd. Euro. Welche Projekte man bei weniger Geld nicht mehr machen könne, sei von den Schwerpunkten abhängig, die der AMS-Verwaltungsrat setze. Eine leichte Budgetkürzung hält Kopf wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit für “vertretbar”: “Aber je mehr Geld man hat, desto mehr kann man für die Arbeitslosen und auch die Betriebe, die Fachkräfte suchen, tun.”

Eine drohende Kürzung des AMS-Förderbudgets – um mehr als ein Viertel von 1,406 Mrd. heuer auf 1,051 Mrd. im kommenden Jahr raube vielen Arbeitslosen die Chance auf eine Beschäftigung, warnte dazu am Freitag Oberösterreichs AK-Präsident Johann Kalliauer und forderte, die gute Konjunktur dazu zu nutzen, Arbeitslose jobfit zu machen.

Ins gleiche Horn stößt Kopf: Gegen die Langzeitarbeitslosigkeit, die sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat und von der zuletzt 105.000 Personen betroffen waren, sollte man “die gute Konjunktur nützen, um möglichst viele dieser Menschen in eine Beschäftigung zu bringen”, so der AMS-Vorstand zur “Presse”. Der Topf für Ältere und Langzeitarbeitslose sei zum Glück gut dotiert.

Einen deutlichen Anstieg gebe es bei den Sperren von Arbeitslosengeld, sagte Kopf in einem “Standard”-Interview: “Das hat nicht nur damit etwas zu tun, dass wir strenger sind, sondern auch damit, dass es mehr Jobangebote gibt und Menschen entsprechend öfter verpflichtet werden, sich zu bewerben.” Der zweite Schwerpunkt liege auf überregionaler Vermittlung.

Von den Menschen, die 2015 Asyl bekommen haben, seien 34 Prozent in Beschäftigung, und von jenen, die 2016 gekommen seien, 26 Prozent, berichtete Kopf im “Standard” zum Thema Flüchtlinge am Arbeitsmarkt über die Daten zweier Kontrollgruppen. “Was mich überrascht hat, ist, dass die Integration der Afghanen relativ gut gelingt.” Man sehe sich immer vor allem die Entwicklung bei Syrern und Afghanen an – den zahlenmäßig größten Gruppen. “Die Afghanen sind im Durchschnitt deutlich schlechter qualifiziert als die Syrer. Trotzdem klappt die Integration der Afghanen besser als erwartet.”

Von: apa