"Sanktionen und stagnierende Nachfrage bereiten Schwierigkeiten“

Angespannte Lage in der Obstlandwirtschaft

Mittwoch, 08. Juli 2015 | 12:04 Uhr

Bozen – Die Sanktionen gegenüber der russländischen Föderation schlagen sich in Südtirol besonders auf die Landwirtschaft nieder und sind sicher ein Hauptgrund für die angespannte Lage in der Südtiroler Obstlandwirtschaft, erläutert Walter Blaas von den Freiheitlichen.

Im vergangenen Jahr zeigten sich etwa 80 Prozent der Obstbauern mit der Situation zufrieden, während es heuer nur mehr 20 Prozent sind. Der Preisverfall durch den weggebrochenen russischen Markt und der Druck des Überangebots wirkten sich in massiver Weise auf die wirtschaftliche Situation der Landwirte, Genossenschaften und letztlich die des Landes Südtirol aus.

„Die Rekordernte in Südtirol und den übrigen Obstanbaugebieten Europas seien Schuld an der schwierigen Lage in der Obstlandwirtschaft“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas einleitend mit Blick auf die Erklärung des zuständigen Landesrates. „Hinzu kämen der stagnierende Konsum und die Zunahme der Konzentration auf der Abnehmerseite. Das Wegbrechen des russischen Marktes machte ein Erschließen neuer Absatzmärkte notwendig. Vor allem nach Nordafrika und in die arabischen Länder des Nahen Ostens wurden verstärkt Äpfel aus Südtirol geliefert“, unterstreicht Blaas.

„Vor dem Embargo wurden im Schnitt etwa 20.000 Tonnen Äpfel nach Russland exportiert. Der ungefähre Verkaufswert beläuft sich auf etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Euro. Andere Obstsorten aus Südtirol fallen weit weniger ins Gewicht. Die Gesamtverluste lassen sich aber – laut Auskunft des Landwirtschaftslandesrates – nicht direkt beziffern. Die Sanktionen sind und bleiben ein wirtschaftlicher Schaden auch für unser Land“, betont Blaas und hält fest, dass die nachhaltige Tragweite auch im Hinblick auf die Arbeitsplätze nicht unterschätzt werden dürfe.

„Seit unser Land von den EU-Sanktionen gegenüber Russland direkt betroffen ist, hat die Ukraine-Krise auch Südtirol erreicht. Die Sanktionen schaden der EU mehr als sie es Russland schaden werden. Neue Absatzmärkte zu finden ist in der heutigen Zeit keine Leichtigkeit mehr. Das landwirtschaftliche Gefüge Südtirols ist direkt betroffen, was sich deutlich in den Zahlen zur schwierigen Lage in der Obstwirtschaft zeigt. Die Frage, was den Südtiroler EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann dazu bewogen hat, für die Sanktionen gegen Russland zu stimmen, ist weiterhin offen“, so Walter Blaas abschließend.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen