"Himbeeren und Bananen"

Antrittsvorlesung über Mikrocomputer

Freitag, 12. Juni 2015 | 18:37 Uhr

Bozen – "Himbeeren und Bananen" – so lautete der etwas seltsame Titel der Antrittsvorlesung von Professor Sven Helmer. Es war die letzte Vorlesung dieser Art vor der Sommerpause. Thema des Abends: der Einsatz von Raspberry Pi und Banana Pi für Lehr- und Forschungszwecke. Wegen ihrer niedrigen Kosten und ihres geringen Energieverbrauchs haben diese Mikrocomputer einen möglichen Weg, um die digitale Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu schließen. Die Reihe der Antrittsvorlesungen wird am 24. September weitergeführt.

Prof. Sven Helmer ist außerordentlicher Professor an der Fakultät für Informatik in Bozen, wo er Datenbanksysteme und Data and Knowledge Engineering unterrichtet. Er ist ein Experte für Datenbanken, XML und Informationssicherheit und aufgrund eben dieser fachlichen Ausrichtung wurde er auch als Professor berufen. Im Mittelpunkt seiner Forschungsinteressen stehen insbesondere die Lösung von Problemen bei Datenbanksuchen mithilfe der Abfrageoptimierung und der Erstellung von Indizes. Die Verbesserung der Datenbanksuche ermöglicht es den Nutzern, die nötigen Infos effizienter und schneller zu finden. Jenseits seiner regulären Vorlesungstätigkeit, organisiert Prof. Helmer beispielsweise Informatikworkshops für Frauen. In diesen RailsGirls54 genannten Workshops lernen die Teilnehmerinnen an einem Wochenende, in 54 Stunden also, die Grundlagen des Programmierens mit der Programmiersprache Ruby on Rails. Während seiner gestrigen Vorlesung hat Prof. Helmer auf für Nicht-Experten verständliche Art und Weise die Eigenschaften des Einplatinencomputers Raspberry Pi und seines Nachfolgers, Banana Pi erklärt. Es handelt sich um einen kleinen, voll funktionstüchtigen Computer auf einer einzigen Platine, die ca. 10×6 cm misst. Ursprünglich entworfen um das Interesse von Schülerinnen und Schülern an der Informatik zu wecken, hat dieses kleine Gerät inzwischen weltweit Anklang bei Tüftlern und Informatikfans gefunden. Er ist aber auch durchaus für Forschung und Lehre an Universitäten einsetzbar. Die Eigenschaften, die ihn attraktiv machen, sind die niedrigen Kosten – ein paar Dutzend Euro – und sein sehr niedriger Verbrauch. Dank dieser Eigenschaften, sind diese Mini-PCs – sie können direkt einen Bildschirm und eine Tastatur angeschlossen werden – besonders geeignet für den Informatikunterricht an jenen Schulen oder Universitäten, für welche die Einrichtung von Rechenzentren aus finanziellen Gründen nicht möglich ist.

Die Raspberry Pis können auch zu Clustern verknüpft werden, um ihre Rechenkapazität zu erhöhen. "Darüber hinaus stellen Raspberry Pi und Pi Banana eine große Chance für Entwicklungsländer dar, um die digitale Kluft zu schließen ", so Prof. Helmer. Mit diesem Projekt werden Prof. Helmer und seine Studierenden an einem internationalen Wettbewerb in San Francisco teilnehmen. Eingereicht wird ein Projektentwurf für die Schaffung einer Cluster-Architektur, die für Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit verwendet werden kann.

Sven Helmer ist Professor der zweiten Ebene an der Fakultät für Informatik, wo er die Fächer Database Systems und Data and Knowledge Engineering lehrt. Nach seiner Lehrtätigkeit an der Universität Mannheim und als Senior Lecturer am Birbeck College in London, ist er seit dem Sommersemester 2012 an der unibz als Professor tätig.

Die Vorlesungsreihe wird nach der Sommerpause mit der Antrittsvorlesung von Michael Nippa – er lehrt Business Administration an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften – fortgesetzt.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen