Mehr Menschen in Arbeit bringen

Arbeitsmarktpolitik: Paradigmenwechsel eingeleitet ­

Mittwoch, 20. Juli 2022 | 14:15 Uhr

­Bozen – Arbeitslose in Arbeit bringen, Betrieben ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, den Südtiroler Arbeitsmarkt attraktiv und resilient zu  gestalten, dies sind die Ziele, die sich Südtirol gesetzt hat und für deren Erreichung über die 2021 von der Regierung in Rom vorgesehene Beschäftigungsfähigkeitsgarantie (GOL-Garanzia di Occupabilità dei Lavoratori) bereits im laufenden Jahr 6,5 Millionen Euro aus dem staatlichen Aufbauplan PNRR nach Südtirol fließen sollen.

Was in Südtirol geplant ist und wie die gesetzten Ziele erreicht werden sollen, darüber haben heute im Landhaus in Bozen Landesrat Philipp Achammer, der für die Abteilung Arbeitsmarktservice zuständige Direktor, Stefan Luther, und die für Arbeitsvermittlung zuständige Amtsdirektorin Francesca Malara informiert.

Vom Verwalten zum Gestalten übergehen

Von einem Paradigmenwechsel in der Arbeitsmarktpolitik sprach Landesrat Philipp Achammer, der bereits 2020 mit dem Strategiedokument “Aktive Arbeitsmarktpolitik 2020-2024” eingeleitet worden sei und unter anderem im Um- und Ausbau der Abteilung Arbeit, die nun den Namen Arbeitsmarktservice trage, Ausdruck finde. “Wir räumen der aktiven Arbeitsmarktpolitik den absoluten Vorrang ein und gehen vom Verwalten zum Gestalten über”, betonte der Landesrat. Nach einer “Hochkonjunktur der passiven Arbeitsmarktpolitik in den Pandemiejahren 2020 und 2021, in denen viele Menschen in Südtirol zum ersten Mal im Lohnausgleich waren, haben uns die vorpandemischen Verhältnisse mit Fach- und Arbeitskräftemangel wieder eingeholt”, sagte Achammer. Südtirol werde die europäischen Mittel nutzen und ein kapillares System an Maßnahmen und Infrastruktur zu schaffen und öffentliche und private Einrichtungen so zu vernetzten, dass möglichst für alle eine Teilhabe am Arbeitsmarkt  möglich werde und den Bedürfnissen der Arbeitgebenden bestmöglich entsprochen werden könne. Dazu solle die “Garantie der Beschäftigungsfähigkeit” genutzt werden, für welche die Landesregierung Ende Juni ihren eigenen Anwendungsplan definiert hat.

Relevanz von Sprachen und digitalen Kompetenzen

Über die Inhalte der Beschäftigungsfähigkeitsgarantie und des Landesanwendungsplans (PAR – piano attuativo regionale) informierte die Direktorin im Amt für Arbeitsvermittlung, Francesca Malara. Der Plan listet demnach die bereits 2022 umzusetzenden Maßnahmen im Detail auf, definiert Zielgruppen, führt ein neues und umfangreiches Assessment ein, legt Hilfestellungen und verbindliche Angebote für alle Maßnahmenwege fest. Er sieht Unterstützungen vor, damit die eingetragenen Arbeitslosen auch die Maßnahmen in Anspruch nehmen können, verweist auf die Relevanz der Sprachkurse und der digitalen Kompetenzen für die Beschäftigungsfähigkeit und sieht die Umschulung, also das Erlernen eines neuen Berufes als Möglichkeit vor. Ebenso schreibt er für alle Empfangenden sozialer Abfederungsmaßnahmen die Pflicht fest, die vereinbarten Maßnahmen in Anspruch zu nehmen, anderenfalls können die Unterstützungsmaßnahmen gekürzt werden.

Zusätzliches festes Arbeitsvermittlungszentrum in Bozen 

Der für Arbeitsmarktservice zuständige Abteilungsdirektor Stefan Luther verglich den geplanten Ausbau der aktiven Arbeitsmarktpolitik mit der Errichtung eines neuen Stadtviertels: Dabei sei die Infrastruktur, besonders auch die digitale von zentraler Bedeutung, ebenso ein koordiniertes Zusammenspiel der öffentlichen und privaten Partner. Um die Beratung von Arbeitslosen und von Betrieben auf Personalsuche zu verbessern und damit das derzeitige Verhältnis von einem Vermittelnden je 1000 Arbeitssuchenden zu verbessern, wurden 70 neue Stellen vorgesehen. Zudem soll ein zusätzliches festes Arbeitsvermittlungszentrum in Bozen und drei mobile Zentren die Vermittlung verbessern und zur effizienten und treffsicheren Vermittlung  beitragen. Da “eine gut ausgebaute Infrastruktur für Maßnahmen auch den notwendigen Wandel auf dem Arbeitsmarkt unterstützt”, betonte Luther, der abschließend erklärte: “Jeder Mensch hat auf dem Arbeitsmarkt eine Chance und ist eine Ressource. Aber es gibt auch die Pflicht, sich an den Maßnahmen zur Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit zu beteiligen.”

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Arbeitsmarktpolitik: Paradigmenwechsel eingeleitet ­"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Savonarola
28 Tage 16 h

ja, bringen wir mehr Menschen zur Arbeit, am Besten mit Beibehaltung des reddito di cittadinanza und mit viiiel Geschwafle über work-life-balance und Teilzeitarbeit, damit es zur Deckung von einem Arbeitsplatz zwei, vielleicht auch drei Leute braucht

biobauer
biobauer
Neuling
28 Tage 9 h

Arbeitslosengeld streichen solange so viel Arbeitskräfte gesucht werden dann regelt sichs von alleine

Tina234
Tina234
Tratscher
27 Tage 16 h

wie wäre es mit einen Mindestlohn einzuführen?

Gludi
Gludi
Grünschnabel
28 Tage 16 h

do steat iatz jo so einiges in den Artikel, obr wos wert effektiv getun um Betriebe bzw. orbeitgeber es zu erleichtern ungstellte und orbeitnehmer zu finden und zu holten??? sel verstea i do nit wirklich ausser. ggf konn mi jemend aufklären sollet is ibersegn hobn.

Tina234
Tina234
Tratscher
27 Tage 19 h

Wie ein Betrieb am besten die Angestellen halten kann, das muss jede/r Betrieb für sich selbst planen und entscheiden

Gludi
Gludi
Grünschnabel
27 Tage 19 h

quindi isch dr Artikel fürn orsch, es Geld wert keine ahnung wo sinnlos investiert weil die Orbeitgeber sein so und so af sich gstellt?! odr wos soll i mit deiner ontwort unhebn?

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
28 Tage 14 h

oder man holt mal großere Unternehmen zurück, auch zu den Grenzregionen, damit der brain drain weniger intensiv wird.

Joan
Joan
Grünschnabel
28 Tage 10 h

Amol s Arbeitslosengeld kontrollieren …noa gean die Leit a mehr orbeitn ..und na werd die Orbeit schun wieder intersssnt werdn ,

ghostbiker
ghostbiker
Universalgelehrter
28 Tage 37 Min

solange es das Bürgergeld gibt fürs nix tun schaugs letz aus…

Tschtutsch
Tschtutsch
Grünschnabel
28 Tage 1 h

Solong de Leit von die Beiträge guat leben kenn de se nochngschmissn kriagn ohne jeglicher Kontrolle…und sogor besser dostian wia Arbeitnehmer de um 07.00 ausser Haus gian und um 18.00 hoam kemm …. braucht mon lai schaun..kam hobn se a Ipes Wohnung…gian se nimmer orbeitn…zohlt sich jo nia und nimmer aus…
Heint zu Tog a Vollzeitjob unzunemm.

traktor
traktor
Kinig
28 Tage 15 Min

wer zahlt die 70 neuangestellten? und wo kommen die her,gibt es doch arbeitskräftemangel…

brunner
brunner
Universalgelehrter
28 Tage 48 Min

Leeres Geschwafel…..Paradigmenwechsel….wenn ich das schon höre….

Savonarola
27 Tage 21 h

wenn der Paradigmenwechsel darin besteht, nach alter Manier das Problem “Arbeitskräftemangel” durch Arbeitsgruppen, Kommissionen, Analysen, Machbarkeitsstudien, Masterplans, Ausführungsprojekte, und 70 anzustellende, jedoch bei diesen Lacherlöhnen de facto unauffindbare Arbeitsinspektoren zu lösen, dann gute Nacht. Bislang war immer der Personalmangel im Gesundheitswesen vorrangig, jetzt wäre der übrige Arbeitskräftemangel in der Wirtschaft plötzlich (SVP)Chefsache?

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