Argentinien fordert Zugeständnisse von Gläubigern

Argentinien ringt um Einigung im Schuldenstreit

Mittwoch, 20. Mai 2020 | 05:40 Uhr

Kurz vor Fristende ringt Argentinien mit den Privatgläubigern um eine Einigung im Schuldenstreit. “Wir brauchen eine nachhaltige Vereinbarung, die die notwendigen Bedingungen schafft, um Argentinien wieder auf die Beine zu bringen”, sagte Finanzminister Martín Guzmán am Dienstag. Die Schulden der zweitgrößten Volkswirtschaft in Südamerika sind zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig.

Deshalb fordert Argentinien Zugeständnisse von den Gläubigern. Beispielsweise sollen sie auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Eine Reihe wichtiger Kreditgeber wies den Plan der argentinischen Regierung zunächst zurück und unterbreitete ein Gegenangebot.

Am Freitag läuft die Frist für eine Lösung des Schuldenstreits eigentlich aus. Sollte keine Einigung gelingen, steuert Argentinien weiter auf eine neue Staatspleite zu. Es wäre der neunte Zahlungsausfall in der Geschichte des Landes.

Allerdings sagte Finanzminister Guzmán nun, dass die Verhandlungen durchaus über den Freitag hinaus fortgeführt werden könnten. “Es besteht eine große Chance, dass die Deadline verlängert wird””, sagte er während der Videokonferenz mit Mitgliedern der US-Handelskammer in Argentinien und dem Amerikanisch-Argentinischen Wirtschaftsrat. “Wir sind mitten in den Verhandlungen und beide Seiten arbeiten daran, eine Einigung zu erzielen.”

Von: APA/dpa