Asfinag nahm mehr als zwei Milliarden Euro ein

Asfinag-Mauteinnahmen stiegen 2017 auf 2,03 Mrd. Euro

Freitag, 27. April 2018 | 11:20 Uhr

Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen waren im Vorjahr gut besucht. Die Mauteinnahmen der Asfinag stiegen um 5,8 Prozent auf 2,03 Mrd. Euro. Bei den Pkw lag das Plus bei 2,4 Prozent auf 660 Mio. Euro, bei Lkw gab es gar einen Anstieg von 7,6 Prozent auf 1,37 Mrd. Euro, teilte die staatliche Autobahnholding Asfinag am Freitag auf ihrer Jahrespressekonferenz mit.

Den stärksten Zuwachs der Fahrleistung im Schwerverkehr verzeichneten Tauern-, Phyrn- und Brenner-Autobahn. Im Großraum Wien hingegen betrug das Plus nur 2,5 Prozent. Bundesweit entfallen über 60 Prozent des Lkw- und Busverkehrs auf Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen.

Rund 44 Prozent der Mauteinnahmen flossen in Bau und Sanierung, 20 Prozent gingen in den Betrieb und die Bemautung, 15 Prozent flossen in Form einer 100 Mio. Euro schweren Dividende und der Körperschaftssteuer in den Staatshaushalt.

Insgesamt erzielte die Asfinag 2017 einen Jahresüberschuss von 709 Mio. Euro. 956 Mio. Euro wurden in die Infrastruktur investiert. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich gegenüber 2016 von 28 auf 31 Prozent, der Schuldenstand liegt bei rund 11,5 Mrd. Euro und wurde weiter reduziert.

Heuer wird die Asfinag 1,072 Mrd. Euro investieren, davon entfallen 478 Mio. Euro auf die Sanierung und 594 Mio. Euro auf Baumaßnahmen. Großprojekte sind der Neubau der A5 Nord Autobahn (Schrick – Poysbrunn) und der S3 Weinviertel Schnellstraße (Hollabrunn – Guntersdorf). In den nächsten Tagen wird die Baustelle auf der A1 Westautobahn (dritte Fahrspur Matzleinsdorf bis Pöchlarn) fertiggestellt.

Weitergeführt wird das Programm zur Steigerung der Tunnelsicherheit, sprich dem Ausbau zweiröhriger Tunnel, um Frontal-Unfälle zu verhindern. Im Vorjahr gab es keinen einzigen tödlichen Verkehrsunfall in den Autobahntunneln.

Bis Jahresende soll es 23 Stromtankstellen entlang des hochrangigen Verkehrsnetzes geben, was bedeutet, dass alle hundert Kilometer getankt werden kann.

Die Asfinag muss heuer für die Dividende an den Staat tiefer in die Tasche greifen. Während sie in den vergangenen Jahren jeweils 100 Mio. Euro ablieferte, sollen es heuer 170 Mio. Euro sein, so Asfinag-Chef Klaus Schierhackl bei der Jahrespressekonferenz mit Verweis auf die Budgetvorgaben der ÖVP/FPÖ-Regierung.

An den Prioritäten im Programm der Asfinag hat sich durch den Regierungswechsel nichts geändert, erklärte Co-Vorstand Karin Zipperer. Was dazukäme sei die Öffnung des Pannenstreifens bei Verkehrsspitzen, ein Pilotversuch startet im Juli auf der Südautobahn bei Schwechat Richtung Ungarn. Ebenfalls getestet wird die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit von 130 auf 140 km/h. Hier wird auf der Westautobahn noch nach einer geeigneten Teststrecke gesucht.

Das neue Hauptquartier der Asfinag, das sie gemeinsam mit der Austro Control an deren jetzigen Standort in Wien beziehen wird, soll 2021 fertig sein und die bisherigen drei Bürostandorte in Wien vereinen. Das Gebäude wird gemietet, 550 Asfinag-Mitarbeiter werden dort einziehen.

Von: apa