Zu wenig Geld, zu lange Turnusse

ASGB klagt über Missstände im öffentlichen Nahverkehr

Donnerstag, 07. Juli 2022 | 12:22 Uhr

Bozen – In einem öffentlichen Brief prangert der ASGB Missstände im öffentlichen Nahverkehr an. Ein zu geringer Lohn und zulange Turnusse führen laut Gewerkschaft dazu, dass das Berufsbild des Busfahrers weiter abgewertet werde.

Es gebe nach wie vor keinen territorialen Zusatzvertrag, der 2018 in Aussicht gestellt worden sei. Busse würden außerdem ohne digitalen Fahrtenschreiber fahren. Das macht es unmöglich, nachzuvollziehen, wie lange welcher Chauffeur fährt.

Die Turnusse würden auf das Fahrzeug und nicht auf die Fahrer zugeschnitten. So kommt es laut ASGB vor, dass ein Chauffeur unter Umständen 17 Stunden für die Arbeit unterwegs ist. Zwischen sieben Stunden effektiver Arbeit werde eine achtstündige Pause eingeplant. Dazu komme noch die Fahrt zum Arbeitsplatz.

Wegen des Fahrermangels müssten Unmengen an Überstunden gemacht werden, die bereits eingeplant sind. Das alles sei nicht hilfreich, um Jugendliche für den Beruf zu begeistern.

Eine Anhebung der Zweisprachigkeitszulage könnte das Gehalt der Busfahrer aufbessern und einen Anreiz für die Chauffeure darstellen, die Prüfung abzulegen. Außerdem schlägt der ASGB vor, Kontrollorgane in den Bussen einzusetzen, die direkt im Landesdienst stehen und nicht von den Betreibern bezahlt werden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

7 Kommentare auf "ASGB klagt über Missstände im öffentlichen Nahverkehr"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
ELIL
ELIL
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Sofort die Pflicht für den digitalen fahrtenschreiber einführen.
Es kann doch nicht sein dass Fahrer die Personen transportieren ohne Kontrolle durch die Gegend fahren während beim LKW hohe strafen vorgesehen sind wenn die Fahrt- und Arbeitszeit um einige Minuten überschritten wird.
Bitte mehr Kontrolle auch bei den Bussen

Anja
Anja
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

die bekommen objektiv betrachtet wenig Geld! wird wohl möglich sein, da endlich mal nachzulegen bevor es gar keine Öffis mehr gibt

Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 2 Tage

Sollte es wirklich stimmen, dass das Einstiegsgehalt 1350€ beträgt? Dann wunderts mich überhaubt nicht, dass keine Leute mehr bereit sind, diesen Job zu machen!
Isch woll a Witz 🤦‍♂️

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 3 Tage

…öffentlichen Nahverkehr kannst vergessen, wenn irgendwo pünktlich sein musst…

Entequatch
Entequatch
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Das mit den 17stunden am stück arbeiten stmmy ni ht… eine verkäferin hat im geschäft um 9 zu sein zu mittag ist das geschäft bis 15 uhr zu dann geht es bis 19.00 witer somit ist auch diese mind 10 stunden + fahrten zwiechen haus und arbeitsplatz unterwega

Faktenchecker
1 Monat 2 Tage

Schon jetzt fallen Linien mangels Personal aus.

oliveti
oliveti
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Asgb klagt, dass ich nicht lache, aber getan haben sie trotzdem nichts, das Problem ist schon einige Jahre alt, und nicht neu.

wpDiscuz