„Seniorenpolitik ist Querschnittpolitik"

ASGB-Rentnergewerkschaft hat neue Leitung

Dienstag, 16. Juni 2015 | 18:30 Uhr

Bozen – Am 12. Juni traf sich der neue Vorstand der Rentnergewerkschaft im ASGB. Er befasste sich mit der programmatischen Ausrichtung seiner Tätigkeit und mit verschiedenen organisatorischen Fragen.

„Die traditionelle Seniorenpolitik konzentriert sich in der Regel auf die Befriedigung eines eventuellen Pflegebedarfs. Eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik hat aber viele Facetten, die sich in mehreren Themenfelder widerspiegeln“, so die Aussagen der Mitglieder des neu bestellten Vorstandes der Rentnergewerkschaft im ASGB, der sich bei seiner ersten Sitzung ausführlich und intensiv über eine moderne und zeitgerecht-sozial ausgeglichene Seniorenpolitik auseinandergesetzt hat.

Eine maßgebliche Forderung besteht in der Aufbesserung der Mindestrente. Weitere Anliegen sind die Senkung der Steuerbelastung für die einkommensschwache Bevölkerung, um der Armut vorzubeugen, ein altersgerechtes und Generationen übergreifendes Wohnen, um das  Zusammenleben von verschiedenen Familienformen zu ermöglichen, Maßnahmen, die die Bedürfnisse und Wertschätzung der Menschen mit Beeinträchtigung verbessern, geeignete Strukturen für Tages und Kurzzeitpflege, die Pflege in der Familie und Finanzierung der Pflegezeiten für die Rente der pflegenden Familienmitglieder sind nur einige Themen, für die sich die Fachgewerkschaft einbringen will. „Bürokratische Abläufe für Familien und älteren Menschen müssen vereinfacht und schlanker durch Dezentralisierung und moderner Datentechnik  in den Bezirken und Gemeinden gestaltet werden.“

„Vor dem Hintergrund des sich vollziehenden Altersstrukturwandels, der die Bevölkerungsstruktur fundamental verändert, fordert die Fachgewerkschaft eine Neuausrichtung der Sozialpolitik. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass viele ältere Menschen in unserem Land nicht krank und hilfsbedürftig, sondern vital und leistungsfähig sind und Wert auf gesellschaftliche Teilnahme legen. Die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme an der Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse sind wesentliche Voraussetzungen für ein „aktives Altern“. Der Altersdiskriminierung entgegen zu wirken, eine selbständige Lebensführung zu unterstützen und in Bedarfsfall verschiedene Formen der Pflegequalität zu stärken, darin sieht die Rentnergewerkschaft ihre wesentliche Verpflichtung“, so die Rentnergewerkschaft.

„Seniorenpolitik ist nämlich Querschnittpolitik, stellte der Vorstand in seiner Sitzung fest. Sie ist Generationen-, Familien-, Sozial-, Gesundheits-, Wohnungs-, Raumordnungs-, Verkehrs-, Bildungs-, Freizeit- und Kulturpolitik. Dabei wurde auch auf die Wichtigkeit des Austausches von Ideen und das gemeinsame Definieren von Zielen sowie deren Durchsetzung gemeinsam mit den verschiedenen Vereinen, Verbänden und Organisationen hervorgehoben. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit Jugendorganisationen, um gemeinsam eine Generationen übergreifende Gesellschaftspolitik im Auge zu behalten“, heißt es weiter.

„Als SeniorenInnen haben wir eine wichtige Funktion. Wir müssen mit unseren Kindern und Enkeln solidarisch sein. Wir haben für sie schon viel gegeben. Wir dürfen aber nicht aufhören, gemeinsam mit ihnen für eine gerechte Welt und für eine gerechte und hoffnungsvolle Zukunft zu kämpfen“, heißt es abschließend.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen