Nach neun Monaten deutliche zweistellige Zuwachsraten

AUA erstmals mit dreistelligem Millionenergebnis

Mittwoch, 25. Oktober 2017 | 13:15 Uhr

Zweistellige Zuwachsraten hat es bis September bei der AUA gegeben. Der Betriebsgewinn lag nach neun Monaten sogar das erste Mal in der Geschichte der Airline in dreistelliger Millionenhöhe. Damit hat sich der Ausblick, im Gesamtjahr 2017 mehr Gewinn einzufliegen, verfestigt – obwohl mit dem Schlussquartal traditionell wieder ein schwächeres Quartal läuft.

Wie die österreichische Lufthansa-Tochter am Mittwoch mitteilte, ist das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (adjusted EBIT) um 27 Prozent auf 100 Mio. Euro gestiegen. Das lag vor allem am Österreichgeschäft, am starken Verkehr nach Deutschland und an den Nordatlantikflügen. Die AUA transportierte bis Ende September mit knapp 10 Millionen Fluggästen um 14 Prozent mehr Passagiere. Da machten sich auch die zusätzlich im Einsatz befindlichen Miet-Flugzeuge von Air Berlin bemerkbar. Auch die Auslastung war besser.

Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug nach neun Monaten 106 Mio. Euro (Vorjahr: 84 Mio. Euro). Der Umsatz betrug Ende des dritten Quartals 1,8 Mrd. Euro, elf Prozent mehr als im Jahr davor. Die Ergebnisse gepusht hatte – nach einem schleppenden Start ins Jahr – vor allem das Sommerquartal. Der Quartalsumsatz wurde im Vergleich zum Sommerquartal 2016 um 9 Prozent gesteigert, das EBIT legte von 82 Mio. auf 98 Mio. Euro zu, bereinigt um Bewertungseffekte auf 96 Millionen.

Die AUA hat heuer viele neue Piloten und Flugbegleiter eingestellt. Der Personalstand der Austrian Airlines Group inklusive vollkonsolidierter Töchter lag zum Stichtag 30. September 2017 somit mit 6.749 Mitarbeitern um 7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Fünf Airbusse (A320) haben die Austrian Airlines samt Besatzungen von der mittlerweile insolventen Air Berlin geleast. Nun nutzt die AUA die Option, diese Maschinen zu übernehmen. Zwei der fünf A320 werden von der AUA mittlerweile gehalten, haben ein österreichisches Luftverkehrsbetreiberzeugnis/AOC. Die restlichen drei Maschinen sollen folgen.

Diese Flugzeuge werden bei der AUA auf hochfrequentierten Europa-Strecken eingesetzt. Sie sind Teil von insgesamt 38 Airbus-Mittelstreckenflugzeugen, die die AUA-Mutter Lufthansa schon länger von Air Berlin angemietet und mittlerweile großteils auch gekauft hat. Für die AUA heißt das jetzt, dass das einstige Komplettpaket – also ein sogenannter Wet-Lease-Vertrag mit Air Berlin (Jets mit Personal) – in einen Dry-Lease-Leasingvertrag (nur Maschinen) mit der Lufthansa übergeht.

Offen ist, wer sich auf diese Maschinen bewirbt: also Crews von AUA, Air Berlin oder Niki. Eine “automatisierte” Übernahme der Air-Berlin-Leute gibt es nicht, sagte AUA-Chef Kay Kratky am Mittwoch.

Jedenfalls sucht die AUA für diese Flugzeuge derzeit schon zusätzlich rund 100 Piloten. Vom Erfolg dieses Recruitings werde es unter anderem abhängen, ob die AUA die Maschinen langfristig betreiben wird können, hieß es heute. Die AUA betreibt heute insgesamt 84 Flugzeuge.

Die schon seit längerem anhaltende höhere Nachfrage nach Flügen aus dem bisherigen Air-Berlin-Streckennetz wird der AUA wohl auch im traditionell schwachen vierten Quartal mehr Geschäft bringen. Air Berlin gibt ab Samstag den Flugbetrieb auf. Lufthansa und AUA setzen schon im Vorfeld auf Deutschlandstrecken größere Flugzeuge ein. Wieviele Neubuchungen es wegen des Air-Berlin-Ausfalls jetzt gibt, nannte Kratky nicht, er sprach insgesamt von positiven Signalen für das vierte Quartal.

Kratky geht heuer für die AUA von einem Passagierrekord von mehr als 12 Millionen Fluggästen aus. Nach den rund 100 Millionen Euro Betriebsgewinn nach neun Monaten werde das Ergebnis auch im Gesamtjahr 2017 “wahrscheinlich eines der besseren Ergebnisse in der Geschichte der AUA” werden. Sofern keine externen Belastungsfaktoren eintreten, hofft man für die nächsten Jahre auch nachhaltig über 100 Millionen Gewinn einzufliegen.

Von: apa