Die Pandemie hat das Unternehmen mit voller Wucht getroffen

AUA-Staatshilfeverhandlungen offenbar vor Abschluss

Mittwoch, 03. Juni 2020 | 16:53 Uhr

Die Verhandlungen um Staatshilfen für die österreichische Lufthansa-Tochter AUA (Austrian Airlines) stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach am Mittwoch in einer Telefonkonferenz von einer möglichen positiven Lösung noch in dieser Woche. Ob es diese Woche eine Unterschrift geben wird, wollte er auf Nachfrage dann aber doch nicht sagen.

Spohr zufolge wird der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Details eines Deals verkünden, wenn alle Gespräche abgeschlossen seien. Laut “Bloomberg” soll der Lufthansa-Chef am Donnerstag mit Kurz zusammentreffen. Das Bundeskanzleramt lehnte einen Kommentar dazu auf APA-Anfrage ab. Beantragt hatte die AUA in Österreich 767 Mio. Euro, es gibt übereinstimmende Erwartungen in der Branche, dass die AUA mit weniger auskommen will.

Der Lufthansa-Vorstand hat in der Telefonkonferenz am Mittwoch weiterhin Bandbreiten für die jeweiligen staatlichen Unterstützungspakete für die Auslandstöchter genannt, im Gespräch seien für die AUA demnach 600 bis 800 Millionen Euro. In der Schweiz gehe es bei der Swiss um knapp 1,3 Mrd. Euro, in Belgien für Brussels seien es 300 bis 400 Millionen.

Wie der Lufthansa-Vorstand weiters mitteilte, könnte sich die Lufthansa die staatlichen Hilfsgelder für die Töchter im Ausland von zusammen mehr als 2 Mrd. Euro voraussichtlich auf das 9 Mrd. Euro schwere Rettungspaket der deutschen Bundesregierung anrechnen lassen. Die Airlines weltweit und damit auch die Lufthansa-Gruppe sind durch die Corona-Pandemie schwer unter Druck geraten.

Die Austrian Airlines hat schon in den ersten drei Monaten des Jahres einen hohen Verlust angehäuft. Ende März, als die Coronavirus-Pandemie Europa gerade erfasste, stand bei der AUA bereits ein Minus von 136 Mio. Euro zu Buche, unbereinigt machte der operative Verlust sogar 197 Mio. Euro aus, wie die Lufthansa-Tochter am Mittwoch mitteilte.

“Die Pandemie hat unser Unternehmen mit voller Wucht getroffen. Dieser Schlag spiegelt sich auch im Ergebnis wider. Die vollen Auswirkungen werden wir wahrscheinlich erst in den nächsten Monaten sehen. Es ist aber schon heute absehbar, dass wir Jahre brauchen werden, um die Krise zu verdauen”, erklärte Finanzchef Wolfgang Jani.

Die AUA wird im heurigen Geschäftsjahr auf jeden Fall einen Verlust schreiben. Wie hoch, ist noch unklar. “Wir sind gerade dabei den absehbaren Jahresverlust über Gegensteuerungsmaßnahmen so weit wie möglich zu reduzieren”, so Jani. Der Personalstand sank von 7.061 Ende März 2019 auf nunmehr 6.943 Mitarbeiter. Sie alle sind derzeit in Kurzarbeit, ihnen steht ein harter Sparkurs bevor.

Von: apa

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